Zurück zur Homepage - Hans-Georg Michna

English version of this page

Travel reports: 1999, 2000, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008

----------------------------------------

Kenia-Safari-Reiseplan

Stand 2008-06-24. Copyright © 1977-2008 Hans-Georg Michna

Southern Africa

----------------------------------------

Inhalt

 

Einleitung

Über dieses Dokument
Safari-Service
Ein Tag in der Wildnis
Ein Reisetag
Halte ich das aus?
Kinder
Flüge
Reisevorbereitungen
Land und Leute
Der Geländewagen
GPS
Regeln
Fliegen
Zelten
Fotografieren
Gesundheit
Sicherheit
Kosten

Reiseplan

Nairobi
Naivasha
Nakuru
Baringo
Maralal
Baringo – Samburu direkt, nicht über Maralal
Samburu/Buffalo Springs
Meru, Kora (nicht im normalen Programm)
Mount Kenia (nicht im normalen Programm)
Samburu – Nairobi
Ukunda
Lamu
Kilaguni Lodge
Amboseli
Amboseli - Nairobi
Masai Mara
Serengeti - Ngorongoro-Krater
Nairobi - Abflug

Hintergrund-Informationen

Allgemeine Informationen über Kenia
Einreisebedingungen
Hotelpreise
Autovermietung und Preise
Eintrittspreise für Naturschutzgebiete
Geld
Mobiltelefone
Internetverbindung
Links

----------------------------------------

Kenya flag

Einleitung

Über dieses Dokument

Kenya is rated highly by most tourists who visited, with 96 per cent of the travellers interviewed saying their expectations were met in respect to the quality of services offered compared with 4 per cent who indicated otherwise. Some of the reasons the tourists gave as satisfying are enjoying the whole holiday experience, hospitality of the Kenyan people, attractive and appealing sceneries, uncrowded and unspoiled parks, game tours, prompt services by staff, adequate safety, good and appealing physical facilities … and beautiful beaches. (From nationmedia.com 2007-10-29)

Der Hauptzweck dieses Dokuments ist kostenlose Information für Kenia-Reisende und einige zusätzliche, Informationen speziell für diejenigen, die eine Reise auf eigene Faust in einem Geländewagen machen wollen.

Ich arrangiere solche Safaris von Zeit zu Zeit für Freunde (ohne Bezahlung), und dieses Dokument dient dazu, sie auf die Reise vorzubereiten.

Wenn Sie selbst eine Selbstfahr-Safari planen oder an einer solchen teilnehmen wollen, lesen Sie sich diese Informationsschrift gründlich durch. Sie enthält alle wichtigen Informationen für Ihre Kenia-Reise. Beachten Sie aber, dass alle Informationen in diesem Dokument ohne Garantie gegeben werden und falsch sein können. Letztendlich sind Sie alleine für sich verantwortlich. Dies gilt insbesondere für alle Sicherheits- und Gesundheitsfragen und für die Einhaltung von Bestimmungen für die Einreise nach Kenia.

Safari-Service

Sie können mich auch als Reiseleiter oder Sicherheitsberater engagieren. In diesem Fall senden Sie mir bitte eine Email und fragen Sie mich nach meinem Angebot, aber rechnen Sie damit, dass der Preis höher ist als der einer gewöhnlichen Paketreise. Eine grobe Schätzung der Preis-Untergrenze bei Benutzung von Standard-Lodges ist €2.500 pro Person und Woche plus die Kosten des Flugtickets plus €4.000 pro Woche für die gesamte Gruppe.

Diese Preise gelten nur für eine professionell geführte Safari. Wenn Sie alleine fahren, dann liegen die Preise typischerweise im Bereich um €1.000 pro Woche und Person plus die Kosten des Hin- und Rückflugs nach Kenia. Dies ist eine pessimistische Schätzung, mit der Sie auf der sicheren Seite liegen. Für weitere Details lesen Sie bitte das Kapitel Kosten unten.

Ihre Safari kann mit Ihrer Wahl der Lodges, der Größe Ihres Geländewagens und, wenn Sie nicht alle Touren selbst lenken möchten, mit erfahrenen Fahrern und Piloten geplant werden. Selbst fahren ist gut möglich und für sehr aktive Abenteurer auch empfohlen. Wenn Sie sich lieber entspannen möchten, nehmen Sie einen Chauffeur mit. Sie können sich trotzdem jederzeit ans Lenkrad setzen.

Ihre Safari kann auf Tierfotografie oder Zoologie ausgerichtet sein und einen Besuch einer zoologischen Forschungsstation und einen Vortrag von einem Forscher enthalten.

Ich stehe auch als Planer, Sicherheitsberater und Reiseleiter für exklusive Gruppen- und V.I.P.-Touren nach Ostafrika zur Verfügung und kann Sicherheits-Eskorten und Leibwächter in die spezifischen lokalen Risiken einweisen.

Für Piloten stehen geeignete Flugzeuge zur Verfügung, z.B. viersitzige, einmotorige Cessna-Hochdecker, wegen der Höhe und Wärme typischerweise mit hoher Motorleistung und Verstellpropeller, die nach einem maximal dreitägigen Buschflieger-Kurs selbst gelenkt werden dürfen. Sollte ein Pilot den abschließenden Testflug nicht bestehen und kein zweiter Pilot in der Gruppe sein, kann ein Sicherheitspilot mitgenommen werden, der als Pilot in Command agiert, den Safariteilnehmer aber dennoch fliegen lässt, soweit die Sicherheit es gestattet.

Die Mindestanforderung an Piloten ist der Besitz einer Privatpilotenlizenz für einmotorige Landflugzeuge mit einem englischsprachigen Flugfunkzeugnis. Empfohlen ist Erfahrung mit einmotorigen Flugzeugen mit Verstellpropeller und mindestens 100 Stunden Flugerfahrung als Pilot in Command. Ohne diese Erfahrung besteht ein erhöhtes Risiko, dass der Kurs und seine abschließende Prüfung nicht bestanden wird.

Kenya foreign licence Kenya summary flying Self-fly charter
Formulare: Foreign licence validation; Summary of flying; Self fly charter info

Eine solche Flugsafari ist am besten machbar, wenn die Piloten von einer Gruppe begleitet werden, z.B. Familie und Freunde, die mindestens einen Geländewagen benutzt, wobei sich die Teilnehmer bei jeder Teilstrecke als Passagiere im Flugzeug abwechseln. Der Grund ist, dass ein Transportmittel am Boden benötigt wird, um die fliegenden Teilnehmer zum Flugplatz oder zur Lodge zu transportieren, um Ausfahrten im Naturschutzgebiet zu unternehmen und um die nicht fliegenden Teilnehmer durch das Land zu befördern.

Die folgenden beiden Tagesbeschreibungen sind fiktiv und spiegeln keine bestimmte Strecke der Keniareise wider.

Ein Tag in der Wildnis

"Tschai, Bwana!" ("Tee, Herr!") Langsam werde ich wach und begreife, dass der schwarze Diener neben mir kein seltsamer Traum ist. Gestern hatte ich darum gebeten, heute früh um 6 Uhr geweckt zu werden. Nun ist es so weit. Vielleicht sollte ich morgen doch lieber ausschlafen!

Ich stehe auf und ziehe mich an, auch die pelzgefütterte Jacke, denn es ist noch sehr kühl. Ich schwanke hinüber zum Gemeinschaftsraum, in dem es noch mehr Tee und Kaffee gibt. Draußen ist es noch stockdunkel. Nur ein blassblauer Streifen am östlichen Horizont kündet vom nahenden Tag.

Um 6:30 Uhr gehen wir zu den Wagen, wischen den Tau von Fenster und Windschutzscheibe, drehen die Heizung auf Maximum, und auf geht's, hinaus in die Wildnis. Zuerst fahren wir noch mit eingeschalteten Scheinwerfern, damit wir überhaupt sehen, wohin wir fahren, aber kurz darauf steigt die Sonne über den Bergen am Horizont auf, strahlend gelb, denn die Luft ist so klar, wie wir das daheim in unserem versmogten Industrieland fast nie mehr erleben.

Wir schauen nach den Geiern, die wiederum nach erfolgreichen Raubtieren und deren Beute Ausschau halten. Da drüben, weit entfernt, fliegt ein Geier mit schwerem Flügelschlag, ohne Aufwind, im Tiefflug. Ein anderer kommt aus einer anderen Ecke, anscheinend mit demselben Ziel. Wir folgen ihnen.

Eine Viertelstunde später kommen wir über einen kleinen Hügelkamm und sehen ein grausiges Schauspiel vor uns. Zwei Löwinnen haben vor Sonnenaufgang ein Gnukalb erlegt und fressen noch davon. Eine große Zahl von Geiern sitzt in gebührendem Abstand im Kreis um die Löwen herum. Viele sitzen auf nahestehenden Bäumen. Ständig kommen neue Geier aus allen Himmelsrichtungen angeflogen.

Wir fahren langsam an die Löwen heran, immer seitlich, nie direkt auf sie zu, und beobachten, wie sie auf uns reagieren. Sie reagieren überhaupt nicht, sind offenbar an Touristenautos gewöhnt. Wir fahren ungefähr 10 m neben die Löwen und betrachten sie. Ein Foto-Enthusiast sagt: "Könntest Du drei Meter weiter zurück und nach links fahren? Dann hätten wir die Sonne fast von der Seite." Der Fahrer befolgt den Rat und stellt den Motor ab, damit das Auto nicht vibriert und die Fotos schärfer werden. Dach und Fenster werden geöffnet, und auch ich greife zu Teleobjektiv und Pol-Filter. Einer versucht mit Hilfe des Blitzgeräts und des Autofokus anfliegende Geier in der Landung zu fotografieren, was bei den vielen Gelegenheiten auch gelingt.

Eine Tüpfelhyäne kommt in ihrem typischen Passgang angelaufen, bleibt dann aber sitzen und wagt sich noch nicht näher heran.

Nach einer Weile sind die Löwinnen vollkommen satt und können dem Gnukalb nichts mehr abgewinnen. Es besteht jetzt fast nur noch aus Haut und Knochen. Eine der beiden erhebt sich und trottet langsam den Hang hinunter in Richtung einer Buschgruppe. Kurz darauf folgt die andere. Kaum geht sie, schon stürzen sich die Geier alle wie auf einen Schlag auf die Beute. Vom Gnukalb ist nichts mehr zu sehen, nur noch ein wogender, zischender Berg von Geierflügeln und ­hälsen. Von weiter her fliegen Geier mitten hinein und versuchen, noch ein Stückchen Fleisch oder wenigstens Haut oder Knochen zu ergattern. In diesem Moment, nur wenige Sekunden später, hat die Hyäne den Schauplatz erreicht und springt ebenfalls mitten auf die Geier, die heftig erschrocken aufflattern und sich wieder im Kreis um die Beute versammeln. Die Hyäne kriecht in den Brustkorb des Opfers und zieht einem langen Faden Bindegewebe heraus. Mir wird beinahe übel, aber den Geiern offensichtlich nicht. Sie rücken langsam wieder näher.

Das Schauspiel bleibt fesselnd, bis einer bemerkt, dass es schon nach 8 Uhr ist und wir, so wie gestern, das Frühstück verpassen, wenn wir nicht bis spätestens 9 Uhr zurück in der Lodge sind. Wir entschließen uns, die Geier zu verlassen, uns die Stelle zu merken und erst einmal selbst zu frühstücken.

Kurz vor 9 Uhr, gerade noch rechtzeitig, erreichen wir die Lodge und eilen zum Speiseraum. Es ist noch nicht alles aufgegessen, und die Kellner warten schon mit Tee und Kaffe auf uns. Ich versuche mich am englischen Frühstück, Porridge (eine Art von Haferflocken in Wasser gekocht, mit Zucker bestreut und im Milchrand), dann Rühr­ oder Spiegelei, kleine salzige Würstchen, gebratene Tomaten, Bohnen in Tomatensoße, Speck. Wenn man früh morgens schon so aktiv ist, dann ist das gar nicht schlecht. Andere bevorzugen das Continental Breakfast, Toast mit Marmelade. Es gibt immer einige Früchte des Landes, Papaya, Melonen, Ananas, grüne (aber nicht unreife), fruchtig schmeckende Bananen, heute auch eine Mango.

Nach dem Frühstück fahren einige Unentwegte noch einmal hinaus in den Busch, um noch ein paar unwiederbringliche Fotos einzufangen. Andere faulenzen, drei haben sich für einen Fußmarsch durch die Savanne mit einem bewaffneten Masai-Führer angemeldet. Ein paar springen später in den Swimming Pool. Ich fotografiere die Paviane, die am Gelände der Lodge vorbeiziehen.

Mittags gibt es eine vollständige Mahlzeit vom Buffet. Die Safari-Fahrer kommen wieder einmal gerade noch rechtzeitig, um noch eine Portion abzubekommen, aber wenn nicht, dann wäre es auch nicht so schlimm-das nächste Essen kommt bestimmt, und nach dem Essen gibt es wieder Tee und Kaffee.

Nach dem Mittagessen ist allen einhellig nach Faulenzen zumute. Die Sonne strahlt fast senkrecht von oben. Es ist warm. Die meisten verschwinden in die schilfgedeckten, luftigen und kühlen Hütten, machen es sich gemütlich, lesen, putzen den Fotoapparat, schreiben Postkarten oder Reisetagebuch oder halten Mittagsschlaf. Einige sitzen in der Nähe des Flussufers und betrachten das Wasser und die Schmetterlinge, Eidechsen und Vögel, die immer wieder von irgendwoher erscheinen. Erst nach 15 Uhr, als die Sonne den Zenit schon verlassen hat, werden die meisten wieder munter und sammeln sich für eine weitere Safari im Auto. Drei unserer Geländewagen fahren los, auf den täglichen Nachmittags-Game-Drive.

Wir besuchen noch einmal das Gnukalb, von dem nun wirklich nichts fressbares mehr übrig ist, und finden nur noch ein paar Geier in den umstehenden Bäumen. Wir schauen uns um und wollen weiterfahren, als jemand ruft: "Schaut mal, da!" Er zeigt auf die Buschgruppe, aber wir können nichts sehen. Das erste Auto setzt sich in Richtung der Büsche in Bewegung. Erst als wir sie fast berühren, sehen wir die ganze Löwenfamilie im Gebüsch. Es sind neun, davon drei Jungtiere. Auch der männliche Löwe ist diesmal dabei. Außer den Löwenbabies liegen alle mit geschlossenen Augen in malerischen Posen da und atmen heftig, um die überschüssige Sonnenwärme abzuführen.

Wir bleiben eine Weile bei ihnen und fotografieren, dann fahren wir weiter, diesmal in Richtung Fluss. Unterwegs treffen wir eine Gruppe Giraffen, eine riesige Gnuherde, Zebras, Impala-Antilopen, Grants­ und Thompson-Gazellen. Wir treffen eine Hyäne, die ausnahmsweise am hellerlichten Tage vor ihrer Höhle liegt und uns misstrauisch ansieht, bevor sie davonläuft und erst ein Stück weiter weg stehenbleibt und uns wieder ansieht. Schließlich kommen wir in die Flussniederung und fahren nun unter Bäumen und durch dichtes Buschwerk.

Wir erreichen den Fluss, dessen braunes Wasser sich zwischen den sandigen Ufern nach Süden wälzt. Wir steigen aus den Autos und stehen oben am Steilufer. Da taucht mitten im Fluss prustend der Kopf eines Nilpferds auf, holt Luft, wirft uns einen Blick zu und taucht wieder ab. Dann tauchen noch mehr auf, links und rechts davon. Der ganze Fluss ist voller Nilpferde. Wir bewegen uns möglichst wenig, setzen uns ins Gras und zücken die Fotoapparate. Nach einer Weile verlieren die Flusspferde ihre erste Scheu etwas und tauchen öfter auf. Zwischen zwei großen Exemplaren kommt es zu einem Gerangel. Das Wasser spritzt auf, und die anderen tauchen auf, um zu sehen, was da vorgeht. Die Fotoapparate klicken, um die Szene festzuhalten.

Nach einer ganzen Weile zeigt plötzlich jemand weit nach rechts auf das andere Ufer. Wir schauen hin, aber erst nach einigem Suchen mit den Augen sehen die ersten den Anlass. Auf dem Uferstreifen liegt ein großes Krokodil, schätzungsweise vier Meter lang. Durch seine Färbung und Bewegungslosigkeit war es so gut getarnt, dass es die ganze Zeit niemand bemerkt hatte.

Wir steigen wieder in die Geländewagen und fahren ein Stück am Fluss entlang. Plötzlich sehen wir am anderen Ufer eine Gruppe Elefanten, die sich zum Fluss hinunterbewegt. Wir nähern uns so weit wie möglich und fotografieren sie. Die Szene ist malerisch. Die Elefanten erfreuen sich offensichtlich am Wasser. Sie trinken, bespritzen sich und spielen eine Weile im Wasser herum. Dann setzt sich die Leitkuh wieder in Bewegung. Die anderen folgen. Als Elefant hat man nicht viel Zeit zum Spielen. Die meiste Zeit muss man fressen, um den großen Körper ernähren zu können. Aber wir haben wieder ein paar einmalige Fotos gemacht.

Wir fahren weiter und genießen die fast unbeschreibliche Schönheit Afrikas, unserer paläontologischen Heimat. Um 18 Uhr steht die Sonne schon tief am Himmel und bewegt sich unerbittlich senkrecht nach unten. Wir beginnen unseren Heimweg und fahren langsam in Richtung Lodge zurück.

Als wir die Lodge fast erreicht haben und wieder zum Fluss hinunterfahren, taucht die Sonne gerade hinter den Horizont. "Stop!" ruft einer. "Kannst Du noch mal zehn Meter zurückfahren?" Der Fahrer legt den Rückwärtsgang ein. Jetzt sehen auch wir, was der aufmerksame Fotograf gleich gesehen hatte. Die Gnus auf der flachen Kuppe befinden sich direkt vor der Scheibe der untergehenden Sonne. Die Fotoapparate werden noch einmal hervorgeholt.

Gegen 19 Uhr sind wir zurück in der Lodge. Alle verschwinden in ihre Hütten, um sich um 20 Uhr im Speiseraum wiederzutreffen. Das Abendessen ist die Hauptmahlzeit. Es gibt eine Auswahl verschiedener Fleischspeisen und ein schier endloses Buffet. Eine Ecke ist für indische Speisen reserviert, denn in Kenia gibt es wohlhabende Inder, meist Geschäftsleute, die auch in den Lodges anzutreffen sind, meist als Gäste, aber auch als Angestellte, Manager oder Eigentümer der Lodges (z.B. Lake Nakuru Lodge und Sundowner Hotel, Amboseli Lodge). Einige von uns versuchen sich an den indischen Speisen, die sehr schmackhaft sind, allerdings auch ein bisschen scharf.

Nach dem Essen wird auf der Terrasse ein Wildlife-Video vorgeführt, von Alan Root, einem weißen Kenianer, der Afrika so zeigt, wie wir sie selbst auf unserer Intensivreise noch nicht erleben können. Er zeigt z.B. die Termitenstaaten, die wir auf unserer Fahrt immer wieder als meterhohe Schornsteine bewundert haben, von innen und erklärt die Zusammenhänge.

Nach dem Video treffen wir uns am Lagerfeuer und versuchen uns im Smalltalk mit amerikanischen und englischen Touristen. Auch ein paar andere Deutsche sind gerade eingetroffen und fragen uns nach der Lodge und unserem Game Drive. Ein Engländer erzählt, wie er am Abend zwei Geparden bei der Jagd beobachtete, bis die einbrechende Dunkelheit ihn zwang, zur Lodge zurückzukehren. Rechtschaffen müde sinke ich gegen 22 Uhr in mein Bett und lausche den Jagdrufen der Hyänen und den Revierrufen der nächsten Löwenrudel, aber bald schlafe ich ein.

Ein Reisetag

Am nächsten Morgen soll unsere Zeit in dieser Lodge zu Ende gehen. Wir wollen weiterfahren und uns andere Gegenden ansehen. Die Strecke ist diesmal von mittlerer Länge, ca. 150 km auf unbefestigten Wegen, so dass wir eine Fahrzeit von vier bis fünf Stunden erwarten. Wir wollen gleich nach dem Frühstück abfahren, so dass wir am Ziel noch etwas Tageszeit übrig haben.

Wir schlafen alle etwas länger und treffen uns um 8 Uhr beim gemeinsamen Frühstück. Um 9 Uhr tragen wir unsere Siebensachen in die Autos. Vier Leute fliegen mit dem Flugzeug und müssen noch schnell zum Flugplatz gebracht werden, einer kleinen Piste unweit der Lodge. Ich erkläre mich bereit, die Flugreisenden und ihr kleines Fluggepäck zum Flugplatz zu fahren. Der Rest ihres Gepäcks bleibt im Auto, damit das Flugzeug nicht unnötig beladen wird.

Am Flugplatz prüft der Pilot das Flugzeug, dann steigen die vier ein. Der Motor wird angelassen. Am anderen Ende der Startbahn taucht ein Rudel Gazellen auf. Ich fahre hinunter, um sie zu vertreiben. Als ich wieder zurückkomme, steht das Flugzeug schon abflugbereit mit laufendem Motor und eingeschaltetem Scheinwerfer (soll gegen Vögel helfen) auf der unbefestigten Startbahn und wartet darauf, dass ich die Bahn freimache. Langsam dreht der Motor hoch, um Beschädigungen durch Steine zu vermeiden, und das Flugzeug rollt an. Zwanzig Meter weiter läuft der Motor mit Vollgas. Die Passagiere winken fröhlich. Schon nach der Hälfte der Startbahn hebt das kleine viersitzige Flugzeug ab und steigt langsam geradeaus in die Höhe. Ich fahre zurück zur Lodge, wo schon alle abfahrtbereit auf mich warten.

Der Weg ist eine einspurige Piste, teils Sand, teils steinig, die sich meist ganz gut fahren lässt, so dass wir zwischen 30 und 50 km/h fahren können, ohne dass es ungemütlich oder anstrengend wird. Wir haben es nicht eilig. Der Weg ist das Ziel. Die Landschaft ändert ihren Charakter. Eindrucksvolle Berge ziehen an uns vorbei. "Die grünen Hügel Afrikas".

Wegen des Staubes fahren wir mit 300 bis 500 m Abstand, versuchen aber, das nachfolgende Auto im Rückspiegel zu behalten. Einer der Mitfahrer sagt plötzlich: "Wo sind denn unsere Nachfolger?" Ich schaue in den Rückspiegel und kann sie auch nicht sehen. Ich fahre langsamer und warte, ob sie noch auftauchen. Dann halte ich an. Das nächste Auto weiter vorne hält auch an. Wir warten eine Minute, dann drehe ich um und fahre zurück. Da sind sie ja, kaum einen Kilometer hinter uns. Das Auto steht am Wegesrand, das Dach ist aufgeklappt, alle schauen nach rechts. Wir fahren vorsichtig heran, dann sehen wir den Grund der Verzögerung-zwei Cheetahs (Geparden) sitzen unter einem Baum. Wir hatten sie völlig übersehen, wie auch die Besatzung vor uns. Auch unser erster Geländewagen ist inzwischen zurückgekommen und stoppt hinter uns.

Die Tiere sind wunderschön. Wir bleiben eine ganze Weile, dann geht es weiter. Unterwegs kommen wir durch eine kleine Ortschaft, in der wir einkehren, im einzigen "Hotel" des Ortes, einem Schuppen, in dem es aber immerhin einen Kühlschrank gibt. So können wir kalte Sprite, Coca-Cola und Mineralwasser trinken und ein paar Mandazis (süße, dreieckige Pfannkuchen) und Somosas (Teigtaschen mit scharfem Hackfleisch) essen. Die Leute sind freundlich und freuen sich über das kleine Zusatzgeschäft. Einige Andenkenhändler fallen über uns her und wollen uns unbedingt in ihre Verkaufsstände schleppen, aber wir sind schon versorgt und wollen lieber weiterfahren.

Ein Stück weiter gibt es eine Touristenlodge mit einer Landebahn gleich neben der Straße. Dort stehen auch unsere Flieger mit ihrem Flugzeug, die eine Zwischenlandung gemacht und sich in der Lodge vergnügt haben. Wir halten und schildern unsere Erlebnisse. Zwei der Flieger sind bereit, sich wieder ins Auto zu setzen. Ich will lieber einmal fliegen und nehme meine kleine Schultertasche und meinen Fotokoffer mit zum Flugzeug. "Tank voll, Blase leer!" sagt Hans-Georg, unser Pilot, und schickt mich hinüber in die Lodge auf die Toilette, während die Geländewagen schon in einer Staubwolke am Horizont verschwinden. Wir werden sie sehr bald wieder eingeholt haben.

Ich komme zurück zum Flugzeug, während der Pilot, vorsichtig wie immer, langsam um das Flugzeug geht und alle Schrauben, Klappen, Scharniere und sonstigen Teile begutachtet. Das ist wohl gut so. Schließlich hängt unser Leben für die nächste Stunde davon ab.

Ich steige ein und setze mich auf den Kopilotensitz. Ich darf die Pedale nicht treten, wird mir erklärt. Außerdem bekomme ich noch eine Sicherheitseinweisung für den Fall einer Notlandung. Den Sitzgurt darf ich unterwegs nicht aufmachen (wegen Turbulenz und Geiern). Und noch eine Pflicht: ich muss immer Ausschau nach Geiern halten, die hier in allen Höhen herumkreisen und denen man lieber ausweicht, bevor sie durch die Windschutzscheibe hereinkommen. Dazu muss man sie nur rechtzeitig sehen, und wenn der Pilot gerade auf die Karte schaut, dann muss der Passagier auf dem Kopilotensitz halt aufpassen. Das ist hier anders als im Airbus.

Ich bekomme ein paar Ohrstöpsel angeboten, weil so ein kleines, einmotoriges Flugzeug ziemlich laut sein kann. Dankend nehme ich an. Die Geräusche um mich herum werden zu einem dumpfen Murmeln. Der Pilot prüft alle Instrumente und startet dann den Motor. Nach ein paar Propellerumdrehungen springt der schwere Sechszylinder mit seinen 235 PS zögernd an, läuft dann aber rund und gleichmäßig. Der Propeller macht schon ganz schön Lärm, aber das Klappfenster auf der Pilotenseite ist ja auch noch offen. "Willst Du das nicht zumachen?" "Gleich, ist noch zu warm hier." Er wird schon wissen. Wahrscheinlich würde die Kiste auch mit offenem Fenster fliegen.

Wir rollen zum Start. Unser Pilot testet die Bremsen und die Instrumente, dann rollen wir auf die Bahn. Der Pilot hat auch sein Fenster zugemacht und gibt jetzt Vollgas. Da merkt man doch, wozu die Ohrstöpsel gut sind. Der Schub drückt mich in die Sitzlehne, aber ich habe trotzdem den Fotoapparat im Anschlag und fotografiere beim Start aus dem Seitenfenster.

Wir heben ab und fliegen in allmählichem Steigflug über die afrikanische Landschaft. Unter uns sehen wir eine Herde Büffel und weiter drüben drei rote Elefanten. "Das kommt von dem roten Lehm hier", sagt jemand. Ich kann mich kaum satt sehen und fotografiere ein Bild nach dem anderen. Film alle-wo ist meine Tasche? Zum Glück habe ich daran gedacht, die Filme in meine Tasche zu stecken, so dass ich den Film schnell wechseln kann.

Aus der Luft hat man einen wunderbaren Blick auf die endlosen Weiten der ostafrikanischen Savanne. Wir sehen ein Manyatta, ein kleines Nomadendorf mit seinen kreisrunden Dornenhecken, in denen die Nutztiere nachts vor Raubtieren geschützt werden. Dann sehen wir wieder die Straße unter uns, genauer gesagt den Sandweg. Wir folgen ihm. Nach gar nicht langer Zeit sehen wir schon unsere Autos. Das erste hat einen Flugfunkempfänger dabei. Wir stellen die Frequenz ein und rufen unsere Kollegen am Boden. Ob sie das Ding wohl eingeschaltet haben und auch die Frequenz nicht verstellt? Ja, sie halten an und springen aus den Autos, während wir im Tiefflug vorbei fliegen. Alle halten ganz normal links in Fahrtrichtung. Das war das vereinbarte Zeichen dafür, dass am Boden alles in Ordnung ist. Eine Kurve noch-alle winken-dann geht es weiter Richtung Ziel. Über Funk geben wir noch einen Hinweis an die Autos. Weiter vorne ist eine Abzweigung, an der die Autos links fahren sollen. Der Weg rechts führt anscheinend ins Abseits. Wir sagen es durch, dann schalten wir wieder auf die normale Flugfunkfrequenz zurück.

"Hier, lenk Du mal", sagt unser Pilot zu mir. Das kann ich doch gar nicht! Zaghaft lege ich die Hände an das Lenkrad. Er ergreift meine Hände und zeigt mir, wie es geht. Eigentlich genau wie beim Auto. Links ist links und rechts ist rechts. Nicht so schwierig, wie ich dachte. Nur dass sich dabei das ganze Flugzeug in die Kurve legt. Außerdem kann ich auch noch ziehen-dann geht es hinauf, oder drücken, dann geht es hinunter, und man bekommt ein komisches Gefühl im Magen. Nach kurzer Zeit lenke ich das Flugzeug, als ob ich nie etwas anderes gemacht hätte. "Du musst nur immer den Horizont gerade halten", sagt er, und: "Bisschen weiter rechts, bitte." Inzwischen schaut er auf die Karte. Hoffentlich weiß er, auf was für ein Risiko er sich dabei einlässt.

Vor mir tauchen kleine Punkte in der Luft auf. Ich frage ihn: "Was ist das da?" "Geier, ich übernehme." Er greift zum Lenkrad, ich lasse los. Ein paar Geier sind gerade vor uns. Unser Pilot fliegt eine leichte Linkskurve, dann zieht er das Flugzeug noch einmal kräftig hoch, um einem weiteren Geier auszuweichen. Nach dem plötzlichen Steigflug geht es wieder nach unten, fast wie in der Achterbahn. Komisches Gefühl in der Magengegend. Aber das ist wohl alles normal hier in Afrika. "Hier, jetzt kannst Du wieder."

Die Zeit vergeht wie im Fluge. Schon sind wir wieder im Sinkflug, weit vor uns am Horizont soll schon die Lodge sein, unser heutiges Ziel. Allmählich sinken wir immer tiefer, und ich zücke wieder die Kamera. Unser Pilot zeigt uns die Landebahn, schräg links vor uns. Wir müssen eine Kurve drehen, weil der Wind von der anderen Seite kommt.

Wir setzen zur Landung an. Alle Gurte festgezogen? Ja! Das Flugzeug schwenkt auf die Landebahnrichtung ein. Die Landeklappen sind schon ausgefahren. Wir fliegen langsam und sinken dabei. Da sehe ich etwas auf der Landebahn und mache den Piloten darauf aufmerksam. "Ja, habe ich auch schon gesehen. Wir starten durch." Die Landeklappen werden wieder eingefahren und wir fliegen im Tiefstflug über die Bahn. Zwei Zebras stehen am hinteren Ende mitten darauf. Als wir dicht über ihre Köpfe hinwegrasen und dabei auch noch Vollgas geben, stieben sie in scharfem Sprint davon. Noch eine Ehrenrunde, dann landen wir, diesmal ohne Zebras. "Ist das normal?" "Ja, kommt öfter vor. Weiß auch nicht, was die Tiere immer auf der öden Landebahn verloren haben."

In aller Gemütsruhe parken wir das Flugzeug und sichern es mit Steinen vor dem Wegrollen. Dann packen wir unser Gepäck aus und setzen uns in den Schatten unter die Flügel. Da sind die Zebras wieder. Ich stehe auf und nehme den Fotoapparat in Anschlag, da galoppieren sie auch schon davon. "Wieso das denn?" frage ich. "Tja, vor Fahrzeugen haben sie keine Angst, aber vor Menschen schon. Mit Menschen haben sie seit ein paar Millionen Jahren nur schlechte Erfahrungen gemacht. Autos oder Flugzeuge dagegen sind für sie eine Art harmloser Pflanzenfresser, die ihnen nie etwas tun."

Es dauert nicht lange, da kommen schon die anderen, um uns zur Lodge mitzunehmen. Wir werfen noch einen Blick auf unseren kleinen weißen Flieger, den wir allein und unbewacht zurücklassen, dann gilt die Aufmerksamkeit wieder der Landschaft und den Tieren.

Zeitig am Nachmittag erreichen wir die Lodge und werden mit einem Willkommenstrunk-je ein Gläschen kühlem Grapefruit-Saft-empfangen. Die meisten sehen etwas verstaubt aus. Die Strecke war wohl doch staubig gewesen. Auch die Taschen haben alle dieselbe Farbe angenommen-rötlichbraun. Wir klopfen den Staub aus, so gut es geht, dann beziehen wir unsere Lodge-Hütten.

Auch heute haben einige noch nicht genug und steigen eine Stunde später schon wieder in den Geländewagen zum Abend-Game-Drive. Ich mache lieber einen kleinen Spaziergang durch das weitläufige Lodge-Gelände und schreibe dann am Swimming Pool ein paar Postkarten.

Das Abendessen ist mindestens so gut wie in der vorigen Lodge. Auf dieser Reise werde ich wohl nicht abnehmen.

Halte ich das aus?

Für einen vollkommen gesunden Menschen ist die Reise nicht problematisch. Wenn man jedoch unter Krankheiten oder Empfindlichkeiten leidet, dann sollte man den folgenden Text sorgfältig lesen und prüfen, ob eine der Belastungen zum Problem werden könnte. Wenn sich ein solcher Problempunkt herausstellt, dann wird dringend von der Reise abgeraten.

Die folgenden Faktoren können bei empfindlichen Menschen zum Problem werden:

Die Hitze hält sich in Kenia in Grenzen. Wir bewegen uns zwar unter dem Äquator, aber überwiegend im Hochland. Nairobi und Masai Mara sind nachts kühl (mittlere Tagestiefsttemperatur im Juni, einem der kühlsten Monate im Reisegebiet: 8°C) und werden nur tagsüber bei direkter Sonneneinstrahlung warm. Bei Dauersonne kann man gegen Mittag manchmal 30°C im Schatten erreichen. Man kann sich dann nicht längere Zeit ungeschützt in der Sonne aufhalten, ohne heftig zu schwitzen, aber das tun wir normalerweise auch nicht. Baringo und Samburu liegen etwas niedriger und sind daher etwas wärmer als das Hochland. Die Küste (Ukunda) ist warm und feucht, auch nachts, so dass man so gut wie immer leicht schwitzt.

Die Sonneneinstrahlung ist besonders im Hochland sehr intensiv, so dass man sehr schnell einen Sonnenbrand bekommt. Daher wird ein Sun Blocker empfohlen, besonders im Gesicht auf Nase, Stirn und Wangen und auf Handrücken und Armen, wenn man kurze Ärmel hat.

In einem geschlossenen Auto wird es heißer, besonders wenn die Sonne mittags mit höchster, in Deutschland nicht gekannter Intensität senkrecht von oben aufs Dach strahlt. Daher muss man mittags nicht in einem stehenden Auto sitzen, sondern entweder aussteigen und sich in den Schatten setzen oder fahren.

Beim Fahren muss man die Fenster öffnen und sich vom Fahrtwind kühlen lassen. Der Fahrtwind und die dünne, meist trockene Luft, in der der Schweiß rasch verdunstet, macht das erträglich. Eine Erkältung bekommt man bei diesen Temperaturen wahrscheinlich nicht.

Aber wir werden an den meisten Tagen mittags zwischen den reichlichen Mahlzeiten eher faul am Swimming Pool oder vor unserer Lodge-Hütte liegen. Nur an den tatsächlichen Reisetagen müssen wir meist über Mittag fahren. Wir können selten viel schneller als ca. 50 km/h fahren, oft nur viel langsamer, so dass der Fahrtwind gut erträglich bleibt.

Wenn man viel schwitzt, dann muss man viel trinken, und das bringt leicht die Verdauung durcheinander. Die Nahrung ist auch nicht immer so sauber wie in Deutschland, so dass man mit gelegentlichem Durchfall rechnen muss. Manche Leute kriegen leicht einen Hitzedurchfall, der dadurch entsteht, dass der Körper im Darm vorsorglich Wasser speichert. Wenn man dann nach einigen Tagen in eine kühlere Situation kommt, dann versucht der Körper anscheinend, die unnötige Flüssigkeit wieder loszuwerden, und man bekommt leicht diesen Durchfall, der zum Glück nicht besonders heftig oder unangenehm ist.

Die Medikamente Metifex und Immodium haben sich gegen solche Reisedurchfälle bewährt. Wem ein leichter Durchfall sehr unangenehm ist oder wer Angst hat, Gewicht zu verlieren, der sollte sich in einer deutschen Apotheke eine Packung kaufen.

Die Autofahrten sind etwas beschwerlich, weil einige Strecken bis zu 8 und mehr Stunden dauern (mit kurzen Pausen). Das Fahren selber ist wegen der teilweise schlechten Wegstrecken beschwerlich, und man wird manchmal stundenlang heftig durchgeschüttelt. Wer meint, dadurch körperliche Probleme zu bekommen, sollte sich die Reise sehr gut überlegen. Die Geschwindigkeit ist auf solchen Strecken ein Kompromiss zwischen Vorankommen, Schaukeln, Scheppern, Zickzack-Fahren und dem Risiko eines Achsenbruches, wenn man ein tiefes Schlagloch übersieht.

Einmal in der Lodge angekommen, gibt es keine Probleme mehr mit der Hitze. In der Mittagshitze kann man in relativ kühlen, luftigen, schilfgedeckten Hütten Siesta halten oder sich in oder an den Swimming Pool legen, und die Game Drives (Stichfahrten im Geländewagen zu den Tieren) kann man morgens vor dem Frühstück und abends machen, wenn es kühler ist. Nur an der Küste ist es durchgehend, auch nachts, warm bei hoher Luftfeuchtigkeit, aber dort gibt es Swimming Pool und Klimaanlage, und wir machen von dort keine beschwerlichen Touren.

An manchen Stellen in Kenia ist es staubig, besonders in Amboseli. Bisher war dies nur ein Problem für Träger harter Kontaktlinsen, die unbedingt eine Brille mitbringen müssen. Harte Kontaktlinsen sind bei starkem Staubeinfluss mit Sicherheit nicht auszuhalten. Träger weicher Kontaktlinsen kommen anscheinend besser mit dem Staub zurecht. Auch eine Stauballergie wäre eine Kontraindikation.

Auch für Langschläfer ist die Reise nichts, aber wer sich durch den frühen Sonnenuntergang zum frühen Einschlafen verleiten lässt, der hat voraussichtlich keine Probleme.

Kinder

Kenia kann auch für Kinder interessant sein. Die Gefahren für Kinder werden meist überschätzt, was allerdings nicht heißen soll, dass Kinder völlig ungefährdet sind. Die Hauptprobleme mit Kindern sind folgende:

  1. Sie müssen reif genug sein, um die ausgedehnten Autofahrten auszuhalten, ohne den Eltern dabei über die Maßen auf die Nerven zu fallen. Erfahrungsgemäß ist das mit ca. 6 Jahren der Fall. Es ist aber von Kind zu Kind recht verschieden. Im Flugzeug geht es wegen der kürzeren Reisezeiten viel besser, aber man sollte dann vorher prüfen, ob dem Kind im schaukelnden Leichtflugzeug nicht ständig übel wird.
  2. Kinder vertragen Hitze oft schlechter als Erwachsene. Sie sind auch wegen ihrer kleineren Körpermasse schneller überhitzt. Verhängen Sie bei Fahrten in heißen Gegenden das Autofenster auf der Sonnenseite mit einem Handtuch, um das Kind vor der direkten Sonne zu schützen. Wenn ein Kind Anzeichen von Überhitzung zeigt (gerötete Wangen, Mattigkeit, Weinen), dann nehmen Sie ein T-Shirt, übergießen Sie es mit Wasser, wringen Sie es aus und ziehen Sie es dem Kind an. Es ist erstaunlich, wie schnell danach aus einem jammernden Kind wieder ein ganz fröhliches wird. Achtung: Kinder sind sehr viel rascher Hitzschlag-gefährdet als Erwachsene! Zögern Sie nicht lange, sondern greifen Sie rasch zum Wasserkanister, wenn ein Kind zu heiß wird.
  3. Kinder erkranken öfter, rascher und heftiger als Erwachsene. Das Risiko, an einer unerwarteten Krankheit mitten im Busch zu erkranken und daran, vielleicht auch mangels ärztlicher Versorgung, zu sterben, ist daher für Kinder wahrscheinlich etwas größer als für Erwachsene. Sie müssen dieses Risiko tragen, genau wie Sie auch für sich selbst das Risiko tragen, an einer Krankheit, einem Unfall oder anderen Ursachen zu sterben. Die Verfügbarkeit eines Flugzeugs kann die Sicherheit erhöhen, aber ich kann grundsätzlich keinerlei Garantien geben oder Verantwortung übernehmen.
  4. Kinder verhalten sich nicht immer vernünftig. Ein Kind, das an einer solchen Reise teilnimmt, sollte daher fähig sein, bestimmte Regeln, die es gesagt bekommt, zu befolgen. Trotzdem kann ein Kind in einer kritischen Situation gefährliche Fehler machen. Damit müssen Sie rechnen und die Folgen gegebenenfalls tragen.
  5. Kleine Kinder befolgen oft hygienische Grundregeln nicht (z.B. nichts Unsauberes in den Mund nehmen, Schmutz vom Boden nicht in die Hand nehmen usw.). Dies ist in Europa nicht sonderlich gefährlich, in Afrika aber schon. Ein Kind sollte daher hygienische Grundregeln von sich aus befolgen, wenn es an dieser Reise teilnimmt.
  6. Kinder, die nicht schwimmen können, müssen Schutzmittel gegen Ertrinken mitbringen, denn die Reise enthält Bootsfahrten, viele Swimming Pools und den Meeresstrand.
  7. Das Zelten mit kleinen Kindern (unter ca. 16 Jahren, je nach Körpergröße und Reife) wird nicht empfohlen.

Erfahrungsgemäß macht Kindern, wenn sie nicht zu klein sind, eine solche Reise durchaus viel Spaß, obwohl sie sich noch kaum für die eigentlichen Attraktionen von Kenia interessieren. An vielen Stellen genießen Kinder Preisermäßigungen, z.B. beim Flug nach Kenia bis zu 50% (z.B. Egypt Air) oder in den Lodges, besonders, wenn man zwei kleinere Kinder in einem Bett schlafen lassen kann, jedes mit dem Kopf an einem Ende.

Flüge

Favorable flights change from year to year and are unpredictable. The most important questions are:

Günstige Flüge wechseln unvorhersehbar von Jahr zu Jahr. Die wichtigsten Fragen sind:

Einige Fluggesellschaften boten Schüler- und Studententarife an.

Die Preise variieren zwischen €400 und €800 von Europa aus für Economy-Flüge mit Rückflug für einen Erwachsenen.

Flüge können bei Travel Overland (www.traveloverland.de) gebucht werden, sogar direkt im Web:

Travel Overland head office: Barer Str.73, 80799 München
Booking telephone: 089-27276-300
Fax: 089-30798893
Email: tickets@travel-overland.de

Auf der Webseite kann man auch die Flugdaten abrufen.

Kinder bekommen bei mehreren Fluggesellschaften wie Egypt Air und Air France eine Ermäßigung von 50%. Einige andere, wie Alitalia, geben einen Rabatt von 40%.

Die kenianische Ausreisesteuer ist von $20 auf $40 erhöht worden, ist aber normalerweise schon im Preis für das Flugticket enthalten.

Reisevorbereitungen

Vorkehrungen

Packen

Beschaffen, mitnehmen

Nicht jeder muss alle hier aufgeführten Gegenstände mitnehmen. In vielen Fällen kann man sich Dinge sinnvoll teilen, z.B. Malaria-Selbsttest und Malaria-Kur (weil voraussichtlich nicht jeder Fieber und schon gar nicht Malaria bekommen wird), GPS-Empfänger, Landkarten, Wasserkanister, Akku-Ladegeräte, Ferngläser und dergleichen.

Nicht mitnehmen

Reiseapotheke

Ein paar allgemeine Tips für die Abreise

Die kenianische Währung (Kenya Shilling) darf nur begrenzt ein- oder ausgeführt werden. Die Bedingungen haben sich gelockert, sollten aber im Zweifelsfall vor der Reise erfragt werden.

Wenn Sie in einer Gruppe reisen, sorgen Sie dafür, dass jeder alle Gepäckstücke jedes anderen identifizieren kann. Der Grund ist, dass der erste, der durch den Immigration-Schalter kommt, sofort zur Gepäckausgabe hinuntergehen und das Gepäck an sich nehmen sollte, weil es ein Risiko gibt, dass Gepäck vom Band gestohlen wird. Eine Methode der Identifizierung ist, alle Gepäckstücke vor dem Abflug mit einem unverwechselbaren Kennzeichen zu versehen, je auffälliger, desto besser.

Prüfen Sie auch andere Reise-Checklisten, z.B. diese International Travel Checklist.

Land und Leute

Zunächst eine grundsätzliche Anmerkung über das Reisen in Afrika. Gehen Sie davon aus, dass die meisten von Menschen gemachten Dinge in den Teilen Afrikas, die ich gesehen habe, plump, kunstlos, unintelligent gemacht und von niedriger Qualität sind. Dies gilt jedoch nicht für die Lebewesen in unberührter Natur, wo diese noch existiert. Das Leben in Afrika ist intensiver, oft schneller, und außerordentlich eindrucksvoll und bewunderungswürdig.

Die typisch afrikanischen Probleme behindern jede Safari und sind unvermeidbar. Der einzige positive Aspekt ist, dass sie bequemliche Besucher abschrecken und daher die Erfahrung im Busch exklusiver machen.

Bevor mich jemand des Rassismus beschuldigt, ich sehe keine Anhaltspunkte dafür, dass die Probleme Afrikas zu irgendeinem wesentlichen Teil auf genetische Unterschiede zwischen den Menschenrassen zurückzuführen sind. Die Gründe für die Unterentwicklung Afrikas sind statt dessen hervorragend im Buch "Arm und Reich" (englisch: Guns, Germs, and Steel) von Jared Diamond beschrieben und haben nichts mit Menschenrassen zu tun. Afrikaner unterscheiden sich nicht grundlegend von anderen Menschen, und wo sie es doch tun, liegt die Ursache in schweren Mängeln der Ernährung, der Kindheitsumgebung und des Bildungssystems, sowie in gewissen Mängeln der Kultur (z.B. Verstümmelung der weiblichen Geschlechtsorgane, euphemistisch als Beschneidung bezeichnet). Kenia entwickelt sich jedoch rasch, und ich sehe eine neue Generation heranwachsen, die sich von diesen Problemen befreit.

Hier nur einige Informationen speziell über Kenia in Kürze, die für das Autofahren und andere Kontakte wichtig sind. Wenn man sich im Land frei bewegt, dann kommt man zwangsläufig mit den verschiedensten Menschen in Kontakt. Wegen der sehr verschiedenen Kulturen und Bildungsniveaus entsprechen diese Begegnungen nicht immer den Erwartungen, die man aus Deutschland mitbringt.

Die erste Regel ist, dass Menschen, die sich aufdrängen, gemieden werden sollten. Dies sind in den meisten Fällen Touristenschlepper oder Andenkenverkäufer, die nur auf Ihr Geld aus sind. Sie sind in aller Regel unangenehm, manchmal sogar gefährlich. Wenn Sie eine Information oder Hilfe brauchen, suchen Sie sich selbst eine Person aus. Lassen Sie sich die Initiative nicht aus der Hand nehmen.

Die meisten Bürger Kenias sind, wie fast überall auf der Welt, freundlich und wohlwollend. Auf den von Touristen befahrenen Strecken wird allerdings doch oft jeder Kontakt mit dem Gedanken verbunden, einen schnellen Schilling, oder auch 1.000, zu verdienen. Dem müssen Sie in der Regel nicht nachgeben.

Nach den bisherigen Erfahrungen sind kenianische Frauen von diesem Phänomen weniger betroffen, so dass man mit ihnen eher ein normales Gespräch führen kann. Allerdings kennen sie sich oft nicht so gut aus, wenn es um Fragen nach entfernteren Zielen geht, weil sie weniger reisen als die Männer. Auch haben manche Frauen in Kenia eine schlechtere oder gar keine Schulbildung genossen, so dass sie nicht ausreichend englisch sprechen können oder manchmal auch aus Ängstlichkeit nicht gesprächig sind.

Bedenken Sie, dass fast alle Kenianer drei oder mehr Sprachen lernen mussten und daher nicht in jeder dieser Sprachen perfekt sind. Wenn Sie aber jemanden treffen, mit dem Sie sich gut unterhalten können, dann nutzen Sie diese Gelegenheit, um einen intensiveren Eindruck von diesem Land und seinen Bewohnern zu erhalten.

Nehmen Sie Anhalter mit! Sie müssen das nicht immer tun, und Sie können sich diejenigen heraussuchen, die Ihnen angenehm sind. Fragen Sie zuerst, ob der Anhalter englisch sprechen kann, denn sonst können Sie nicht mit ihm sprechen. Aus mehreren Gründen sind Frauen zu bevorzugen. Überlegen Sie auch, ob Sie es mit Ihrem Gewissen vereinbaren können, eine Frau mit einer schweren Tasche und einem kranken Kind im Arm 20 km und entsprechend viele Stunden bis zum nächsten Krankenhaus laufen zu lassen, während Sie selbst bequem und mit freien Sitzplätzen vorbeifahren.

Wenn Sie Wegzehrung dabei haben, dann bieten Sie den Mitfahrern ein wenig zu essen und zu trinken an. Damit können Sie Ihren kurzzeitigen Auto-Gästen sehr leicht eine Freude machen.

Wenn Sie in entlegeneren Gegenden Menschen mitnehmen, die in einer traditionellen Kultur leben, dann achten Sie auf den Geruch dieser Menschen. Wir sind in unserer Kultur mit einem pro-Kopf-Wasserverbrauch von hundert und mehr Litern täglich keinen Körpergeruch mehr gewöhnt, aber in heißen und trockenen Gegenden ohne Wasserleitungen ist eine solche Lebensweise nicht möglich. Viele Menschen in trockenen tropischen Gegenden müssen tagtäglich ihr Wasser von einer entfernten Wasserstelle nach Hause tragen (meistens die Frauen), und das bedeutet, dass Bad oder Dusche nicht vorhanden sind. Statt dessen wird der Körper mit verschiedenen Naturstoffen behandelt, deren Geruch sich mit dem normalen menschlichen Körpergeruch mischen und den charakteristischen Geruch einer bestimmten Kultur ausmachen.

Wenn Sie nach einer solchen Fahrt in der nächsten Lodge ankommen und sich sofort unter die warme Dusche stellen, dann versuchen Sie wenigstens, das nicht mehr als ganz so selbstverständlich hinzunehmen.

Ein Phänomen ist der weit verbreitete Diebstahl. Er ist in Kenia eine Art Volkssport. Sie können daher ziemlich sicher sein, dass Ihre Taschen geöffnet werden und müssen immer damit rechnen, dass etwas daraus gestohlen wird. Meist wird versucht, dies so unauffällig zu tun, dass Sie es vor Ihrer Abreise nicht bemerken. Deshalb werden Sie auch andauernd nach Ihrem Zeitplan gefragt, insbesondere, wann Sie abreisen, denn der letzte Tag und ganz besonders der Morgen unmittelbar vor Ihrer Abreise eignet sich besonders gut dafür. Laden Sie Ihr Gepäck schon vor dem Frühstück ins Auto, um dies zu vermeiden.

Verschließen Sie Ihre Taschen auf eine bestimmte Art und Weise, z.B., indem Sie jeden Reißverschluss einen Zentimeter offen lassen. Dann können Sie sich selbst davon überzeugen, wann ihre Taschen geöffnet wurden, denn dies geschieht auf relativ plumpe Art und Weise und ist leicht zu entdecken. Dass Ihr Gepäck trotz Gelegenheit vollkommen unbehelligt bleibt, ist eher selten.

Für weitere Details können Sie den Artikel Theft in Kenya (englisch) lesen.

Der Geländewagen

[Die englische Version dieser Seite enthält eine ausführlichere Version dieses Kapitels.]

Alle Zeitangaben beziehen sich auf eine langsame, vorsichtige und defensive Fahrweise. Eine geeignete Geschwindigkeit ist auf unbefestigten Straßen 40 km/h und allgemein nicht schneller als 80 km/h.

Das Kenya Roads Board hat Recht.
Das Kenya Roads Board hat Recht.

Gründe für diese Geschwindigkeiten sind:

Reduzieren Sie Ihre Geschwindigkeit unter 80 km/h, wenn Büsche oder hohes Gras bis an die Straße reichen, weil Ziegen, Schafe, Kühe und Hunde plötzlich auf die Straße laufen können. Verringern Sie Ihre Geschwindigkeit sofort, wenn Sie eine Änderung der Straßenoberfläche vor sich erkennen, weil es ein Schlagloch sein könnte.

Stellen Sie immer sicher, dass Sie vor Einbruch der Dunkelheit (vor 19 Uhr) im Hotel sind. Gründe:

Die Morgendämmerung beginnt gegen 6 Uhr, die Sonne geht etwa um 6:30 Uhr auf. Pünktlich um 18:30 Uhr geht sie wieder unter und gegen 19 Uhr wird es rasch vollkommen dunkel. Meiden Sie jede Bewegung außerhalb Ihrer Unterkunft in der Dunkelheit. Denken Sie auch daran, dass Sie Pufferzeit brauchen, z.B. um ein Rad zu wechseln und trotzdem noch bei Tageslicht anzukommen.

Der Geländewagen und seine Benutzung unterscheidet sich von Ihrem gewohnten Auto in einigen wesentlichen Punkten. Er hat in Kenia in der Regel eine Dachluke, das sich öffnen lässt, so dass man, auf dem Sitz oder einem Ersatzrad stehend oben hinausschauen kann. Machen Sie davon Gebrauch. Man kann von oben das Gelände besser überschauen und z.B. Tiere im Gras noch sehen, die für Fahrer und Beifahrer nicht mehr sichtbar sind.

Wenn Sie Ihren Geländewagen in Empfang nehmen, dann lassen Sie sich nie dazu verleiten, sich bei der Ausstattung auf den Autovermieter zu verlassen. Sie müssen unbedingt die folgenden Dinge überprüfen. Nehmen Sie sich diese Zeit immer! Wenn Sie erst bei der ersten Reifenpanne feststellen, dass die Kurbel nicht zum Wagenheber passt, dann haben Sie ein großes Problem. Daher:

  1. Testen Sie den Wagenheber mit seiner Kurbel oder Pumpstange. Nehmen Sie ihn aus dem Wagen und kurbeln oder pumpen Sie ihn hoch. Prüfen Sie dabei auch, ob er für den jeweiligen Geländewagen einen genügend hohen Hub hat. Auch damit sind schon des Öfteren Probleme aufgetreten.
  2. Lassen Sie sich immer ein Abschleppseil mitgeben, möglichst kein Stahlseil, sondern eines, das sich etwas dehnen lässt.
  3. Prüfen Sie das Ersatzrad und das Radkreuz. Bei Geländewagen mit Ballonreifen (z.B. Isuzu Trooper) müssen Sie zwei Ersatzräder mitnehmen, weil die Wahrscheinlichkeit von zwei Reifenpannen vor der nächsten Werkstatt beträchtlich ist. Ein besonderes Problem ist hier, dass Sie zwar einen Radschlüssel haben, der Hebelarm aber zu kurz ist, um die möglicherweise zu fest angezogenen oder festgefressenen Radbolzen zu lösen. Lassen Sie sich eventuell ein Rohr mitgeben, um den Hebelarm zu verlängern.
  4. Prüfen Sie, ob sich die Heizung vollkommen ausschalten lässt.

Beim Suzuki Sierra kann der Autovermieter (Rasul's) den Rücksitz ausbauen und statt dessen eine Schaumgummi-Matratze hineinlegen. Damit kann eine nicht zu große Person bequem im Auto schlafen, wenn einer der beiden Sitze ganz nach vorne geschoben wird.

Lernen Sie vor der Reise, wie man ein Rad wechselt. Sie werden diese Fähigkeit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit benötigen. Die wichtigsten Punkte sind:

Auf Asphaltstraßen sind die hauptsächlichen Probleme:

Fahren Sie deswegen auch auf guten Asphaltstraßen nicht sehr schnell, sondern höchstens 60 und auf sehr guten Straßen allerhöchstens 80 km/h. Lassen Sie sich nicht dadurch beeinflussen, dass manche Einheimische wesentlich schneller fahren. Manche Kenianer sind sehr risikofreudig.

Auf Sand- und Schotterpisten sind die Probleme etwas anders gelagert:

In jedem Falle müssen Sie beim Auftauchen eines Hindernisses (Schlagloch, Steine), das Sie nicht sicher schnell üverfahren können, vor diesem abbremsen, wenn nötig, mit einer Vollbremsung. Bevor Sie in ein Schlagloch oder eine Querrinne hineinrollen, müssen Sie das Bremspedal loslassen, aus zwei Gründen:

  1. Entlastung der Vorderradfederung, um über den vollen Federweg zu verfügen.
  2. Sie vermeiden, dass Sie sich durch den Stoß auf das Bremspedal stützen müssen und dadurch die Vorderräder im ungünstigsten Augenblick, nämlich tief in der Rinne, blockieren und dadurch eine extrem hohe Belastung der Vorderachse erzeugen.

Jede Strecke ist anders, so dass Sie immer wieder versuchen müssen, eine optimale Fahrweise zu finden. Oft, aber nicht immer, ist es vorteilhaft, neben der ausgefahrenen Spur zu fahren. Manchmal kann man Waschbrett-Wellen vermeiden, indem man etwas zur Seite auf die Flanken der ausgefahrenen Spur fährt. Wenn Sie eine längere Waschbrett-Strecke fahren müssen, dann probieren Sie verschiedene Geschwindigkeiten, bei sonst guter Strecke auch bis zu 70 km/h. Wenn das Rütteln und Scheppern nicht schlimmer wird, dann kommen Sie auf diese Weise besser davon, weil Sie die Strecke wenigstens in viel kürzerer Zeit überwinden. Aber übertreiben Sie es nicht, denn irgendwann wird jedes Auto kaputtgerüttelt, und das sollte möglichst nicht gerade Ihnen passieren.

Eine besondere Rolle spielt hierbei der Reifendruck. Es lohnt sich sehr, mit niedrigem Reifendruck zu fahren, weil dann gerade bei höheren Geschwindigkeiten der Reifen selbst einen großen Teil der Vibrationen schon abfedert. Man kann den Druck je nach Typ des Geländewagens eventuell auf bis zu 20 PSI (pounds per square inch, 1,4 at) absenken. Leider hat das auch Nachteile:

Daher muss man bei niedrigem Reifendruck noch vorsichtiger fahren und im Zweifelsfalle vor größeren Unebenheiten immer sofort abbremsen. Aber bei vielen Strecken, besonders vom Waschbrett-Typ, überwiegt der Vorteil, so dass ein niedriger Reifendruck für diese empfohlen wird.

Leider wird bei höheren Geschwindigkeiten das Waschbrett-Rütteln zwar etwas geringer, dafür entstehen aber neue Probleme durch andere Unebenheiten und nicht zuletzt durch das Risiko von ebenso schnell fahrendem Gegenverkehr in unübersichtlichen Kurven. Daher muss man auch hier die Geschwindigkeit immer wieder herabsetzen, wenn die Bedingungen es erfordern, und bei Kurven, Geröllstrecken oder Querrinnen eventuell bis auf Schritttempo abbremsen.

Tiefe Sandstrecken müssen mit Allradantrieb durchfahren werden. Nehmen Sie immer den ersten Gang und fahren Sie mit Schwung, nicht zu langsam, denn auch ein allradgetriebener Geländewagen kann in tiefem Sand stecken bleiben und sich einwühlen. Wenn Ihnen das passiert, dann müssen Sie aussteigen und Steine, Äste, Gras oder andere Unterlagen vor die Räder legen, um das Auto wieder flott zu bekommen. Vermeiden Sie solche Situationen lieber von vornherein, indem Sie nicht unnötig in tiefen Sand hineinfahren und bei kürzeren Sandstrecken wie Durchquerungen trockener Flussläufe genügend Schwung nehmen. Nehmen Sie trotz der gewünschten höheren Geschwindigkeit immer den ersten Gang und machen Sie sich nichts daraus, wenn der Motor mit hoher Drehzahl läuft. Im Sand braucht man oft beträchtliche Kräfte, um sich durch eine schwierige Stelle hindurchzuwühlen, so dass im zweiten Gang immer die Gefahr besteht, den Motor abzuwürgen oder auskuppeln und anhalten zu müssen, was beides sehr ungünstig ist.

Große Steine, Stufen und tiefe, vom Wasser ausgespülte Rillen stellen eine hohe Anforderung an das fahrerische Können. Halten Sie vor solchen Stellen immer an und wählen Sie in Ruhe eine Spur, auf der Sie mit allen vier Rädern das Hindernis überfahren können, ohne mit einem Rad in eine Rille oder zwischen hohe Steine zu rutschen. Steile Stufen sind in der Regel kein Problem, da der Geländewagen im Kriechgang und Allradantrieb sehr kletterfähig ist. Wenn Sie steile Stufen herunterfahren, dann tun Sie das ohne Motorantrieb, im Leerlauf, extrem langsam, indem Sie das Abrollen mit der Fußbremse kontrollieren. Dadurch, dass Sie dies sehr langsam tun und Sie dadurch nicht im Auto hin- und hergeschüttelt werden, bleibt die Bremse gut dosierbar. In allen anderen Fällen brauchen Sie den Kriechgang (1. Gang, 4 Wheel Low) und eine gewisse Mindestdrehzahl, bei der der Motor genügend Drehmoment entwickelt. Die doppelte Standgasdrehzahl, ca. 1500/min, ist auch an sehr steilen Stellen ausreichend. Flachere Hindernisse können Sie beinahe mit Standgas durchfahren, so dass alle Bewegungen sehr langsam und gut kontrollierbar bleiben.

Schlammlöcher sind manchmal besonders schwierig. Versuchen Sie zunächst, die Wasserstelle ganz zu umfahren, indem Sie ein Stück flußaufwärts oder zur Seite fahren. Wenn dies wegen anderer Hindernisse nicht möglich ist, dann versuchen Sie, wenigstens mit einem Radpaar auf der Seite am Loch vorbeizufahren, so dass Sie mit Sicherheit wenigstens auf einer Seite die Traktion und Spurführung behalten. Wenn all dies nicht möglich sein sollte, dann haben Sie nur noch die Wahl zwischen Durchfahren und Umkehren.

In jedem Fall müssen Sie, wenn die Räder mit einer Schlammstrecke in Berührung kommen, den Allradantrieb einschalten. Wählen Sie auch hier immer den ersten Gang.

Eine sichere Methode, selbst tiefe und lange Schlammlöcher zu durchfahren, wäre das Anlauf nehmen und Durchfahren mit hoher Geschwindigkeit, wäre da nicht die Gefahr, dass mitten im Schlammloch ein großer Stein oder Baumstamm liegt. Wenn möglich, dann untersuchen Sie das Schlammloch mit einem Stock auf solche Hindernisse. Wenn Sie sicher sind, dass kein Hindernis vorhanden ist, dann können Sie etwas zurückfahren, Schwung holen und mit höherer Geschwindigkeit hindurchfahren. Seien Sie darauf gefasst, dass der Schlamm hoch aufspritzt und Ihre Windschutzscheibe undurchsichtig macht und in offene Fenster hereinschwappt. Schließen Sie daher vorher alle Fenster und erschrecken Sie nicht, wenn Sie plötzlich nichts mehr sehen.

Wenn Sie das Schlammloch nicht vorher ausloten können und es relativ groß ist, dann haben Sie ein unkalkulierbares Risiko, in ihm stecken zu bleiben und sich aus eigener Kraft nicht wieder befreien zu können. In diesem Falle können Sie noch versuchen, frische frühere Autospuren auszumachen, die darauf hindeuten, dass das Loch vor kurzer Zeit erfolgreich durchfahren wurde. So lernen Sie aber nicht mehr, welche Methode der vorige Fahrer angewendet hat und ob der Grund des Loches steinig oder schlammig ist. Wenn Sie nicht zu dem Schluss gelangen können, dass Sie dieses Hindernis erfolgreich durchfahren können, dann müssen Sie umkehren und einen anderen Weg suchen.

Der allradgetriebene Geländewagen hat einen zusätzlichen Schalthebel für den Vierradantrieb. Dieser Hebel darf nur im Stand betätigt werden und hat drei Stellungen:

Wenn sich einer dieser "Gänge" einmal nicht einlegen lässt, dann lassen Sie den Hebel los, dann lassen Sie die Kupplung kurz los und treten Sie die Kupplung wieder. Danach lässt sich die gewünschte Einstellung wählen. Wenn auch dies fehlschlägt, so fahren Sie langsam im ersten Gang und schalten Sie um, während der Wagen langsam rollt. Selbst dies funktioniert manchmal nur schlecht, wenn Sie eine Kurve fahren, wegen der hohen Verdrehungskräfte zwischen linkem und rechten Rad bei blockiertem Differenzialgetriebe. Fahren Sie daher zum Umschalten langsam geradeaus.

Normalerweise fahren Sie immer mit der Einstellung 2 Wheel High, also mit Zweiradantrieb. Bei vielen Geländewagen befinden sich an den Vorderrädern zusätzlich noch schaltbare Freiläufe, die durch Drehen eines Knopfes außen an den Radnaben der Vorderräder gelöst werden können. Dadurch werden die Antriebsachsen der Vorderräder abgekoppelt und laufen nicht mehr mit. Dies spart geringfügig Treibstoff. Sie dürfen nur nicht vergessen, diese Freiläufe zu sperren, bevor Sie den Allradantrieb verwenden, weil dieser sonst nicht funktioniert. Wenn Sie in einem Naturschutzgebiet fahren, dann sperren Sie diese Freiläufe am besten und lassen Sie sie gesperrt, damit Sie ohne auszusteigen jederzeit den Allradantrieb einschalten können. Vergessen Sie nie, die Freiläufe zu sperren, bevor Sie den Allradantrieb benötigen. Sie riskieren sonst, im nächsten Schlammloch stecken zu bleiben.

Weniger schlimm ist es, wenn Sie vergessen, diese Freiläufe wieder zu lösen. Es kostet Sie nur ein wenig mehr Geld beim nächsten Tanken. Lösen Sie die Freiläufe, wenn Sie den Allradantrieb voraussichtlich nicht brauchen.

Die Einstellung 4 Wheel High wird normalerweise nie gebraucht.

Die Einstellung 4 Wheel Low bedeutet, dass alle Räder angetrieben werden (mit blockierten Vorderrad-Freiläufen natürlich) und dass die Geschwindigkeiten um einen Faktor von ca. 1,5 bis 2 geringer sind (Kriechgang). Dies bedeutet auch, dass der Geländewagen nun die doppelte Kraft hat, was sich insbesondere im ersten Gang dramatisch auswirkt. Man kann in diesem Gang z.B. sehr steile Hindernisse hinauffahren und Wegstücke mit großen Steinen extrem langsam überfahren. Benutzen Sie diese Einstellung immer, wenn Sie schwierige Stellen langsam durchfahren.

Einige größere Geländewagen haben zusätzlich eine Differenzialsperre. Diese hat hauptsächlich den Zweck, dass das Auto die Traktion nicht verliert, wenn das Vorderrad auf einer Seite und das Hinterrad auf der anderen Seite keine ausreichende Auflagekraft haben und daher durchdrehen, z.B. beim schrägen Überfahren eines Grabens. Wenn Ihr Wagen keine Differenzialsperre hat (wahrscheinlich), dann vermeiden Sie solche Situationen, indem Sie den Winkel des Überfahrens anders wählen (fast quer oder fast parallel) oder durchfahren Sie sie mit Schwung.

Der häufigste Anfängerfehler beim Fahren mit dem Geländewagen ist, schwierige Stellen mit schleifender Kupplung zu durchfahren. Gewöhnen Sie sich dies grundsätzlich ab und tun Sie es nie. Dafür gibt es hauptsächlich drei Gründe.

  1. Wenn die zu durchfahrende schwierige Stelle uneben ist, und das ist natürlich der Normalfall, dann können Sie wegen der ruckartigen Schwankungen des Autos die Kupplung nicht richtig dosieren, sondern es kommt zu unwillkürlichen, ruckartigen Beschleunigungsvorgängen.
  2. Wenn Sie mit schleifender Kupplung gegen ein Hindernis stoßen, z.B. gegen einen unerwarteten Stein in einem Schlammloch, dann bleibt das Auto trotz schleifender Kupplung schlagartig stehen, und die verfügbare hohe Kraft des Motors im Kriechgang kommt nicht zur Wirkung.
  3. Die Kupplung wird unnötig verschlissen.

Daher gilt die absolute Regel: Die Kupplung darf nur beim unmittelbaren Anfahren kurz schleifen und muss immer sofort losgelassen werden, wenn der Wagen rollt.

In allen höheren Gängen ist die Kupplung immer sofort nach dem Schalten loszulassen. Dies gilt bei normalem Fahren auch für das Auto zu Hause, aber manche Autofahrer haben hier, wo es nicht darauf ankommt, schlechte Gewohnheiten entwickelt.

Der Suzuki Sierra hat die Besonderheit, dass das Getriebe bei niedrigen Motordrehzahlen und gleichzeitig hohem Drehmoment (viel Gas) rasselt. Sie können trotzdem oft mit niedriger Drehzahl fahren, indem Sie einfach nur wenig Gas geben. Auf diese Weise kann man auf ebener Strecke ab 20 km/h den 3. Gang und ab 40 km/h den 4. Gang verwenden. Sobald Sie mehr Leistung brauchen, müssen Sie allerdings sofort herunterschalten. Der kleine Suzuki-Motor entwickelt höhere Leistungen nur bei recht hohen Drehzahlen.

Größere Geländewagen, wie z.B. der Isuzu Trooper, können mit erstaunlich niedrigen Drehzahlen, im Extremfall mit Standgasdrehzahl, gefahren werden, solange der Weg eben ist. Dies ist besonders bei Game Drives angenehm, weil das Auto dann sehr leise fährt.

Auf langen Strecken ohne Tankstelle empfiehlt es sich, möglichst im höchsten Gang zu fahren, weil in den niedrigeren Gängen der Treibstoffverbrauch erheblich höher und dadurch die Reichweite erheblich niedriger ist. Wenn der höchste Gang auf schwierigen Wegstrecken schon nicht einsetzbar ist, dann sollte man zumindest versuchen, den höchstmöglichen Gang zu verwenden. Selbstverständlich muss man immer herunterschalten, wenn das Auto zu vibrieren oder zu rasseln beginnt. Da man dies bei schlechter Wegstrecke nicht immer hören kann, muss man die Drehzahlbereiche austesten und sich die Grenzen merken, so dass man auch ohne die normalen akustischen Signale korrekt schalten kann, nämlich nach der Tachometerzahl. Man darf z.B. in einem Suzuki Sierra nicht mit 30 km/h im 4. Gang fahren, nur weil man das Rasseln des Getriebe unter dem Scheppern des ganzen Autos gerade nicht hören kann.

Geländewagen vertragen jede Benzinsorte. Man tankt daher normalerweise Regular, weil es billiger ist, nicht Super. Nur einige kleinere Geländewagen, die PKW-Serienmotoren benutzen, benötigen Superbenzin. Dazu gehören auch die meisten Suzukis.

Der Suzuki Sierra verbraucht ca. 8 bis 9 l/100 km und hat eine Reichweite von ca. 400 km. Der Suzuki Maruti Gypsy bringt es mit seinem Einspritzmotor schon auf Reichweiten von fast 600 km. Größere Geländewagen haben meist auch eine etwas größere Reichweite.

Alles in allem ist ein allradgetriebener Geländewagen ein faszinierendes Fortbewegungsmittel. Wenn Sie erst einmal die ersten tausend km damit gefahren sind, werden Sie die Vorzüge des Geländefahrzeugs in Kenia sehr zu schätzen wissen.

GPS

Das Global Positioning System benutzt eine faszinierende, neue Technologie zur Positionsbestimmung. Das vom amerikanischen Militär betriebene System von ca. 28 Satteliten, die, mit Atomuhren ausgestattet, in 20.000 km Höhe und mit 8.000 km/h die Erde umkreisen, ermöglicht es, mit einem billigen Handgerät (ab ca. €150) die Position und Höhe auf wenige Meter genau zu ermitteln. Für Kenia benötigen Sie nur ein sehr einfaches, billiges Gerät, denn die zusätzlichen Fähigkeiten der teureren Geräte wie Städte-Datenbanken und ladbare Landkarten nützen Ihnen in Afrika nichts. Wenn Sie nicht aus anderen Gründen ein teureres Gerät haben, dann genügt also ein Garmin GPS 12 oder auch das ganz kleine Garmin eTrex vollauf.

Es ist unklug, diese einfache und preiswerte Möglichkeit nicht zu nutzen, besonders, wenn Sie Kenia noch gar nicht kennen, denn ein unglückliches Verirren kann Sie teuer zu stehen kommen und könnte Sie im Extremfall Ihr Leben kosten.

Allerdings ersetzt der GPS-Empfänger nicht die Landkarte, die Sie auf jeden Fall auch dabei haben müssen. Auch ein kleiner Kompass gehört immer zur Ausrüstung, mindestens für den Fall, dass das GPS-Gerät kaputtgeht oder abhanden kommt.

Sie benötigen ein Computer-Datenkabel, um die Waypoints und Routen, die Sie von www.michna.com/gps herunterladen können, in das GPS-Gerät zu übertragen. Zur Stromversorgung benötigen Sie aufladbare Akkus und ein Ladegerät. Empfohlen werden NiMH-Akkus mit mindestens 2.000 mAh.

Sie können zusätzlich ein Stromversorgungskabel zum Zigarettenanzünder mitbringen, das aber die Akkus nicht immer ersetzen kann. Auch haben manche Geländewagen keinen Zigarettenanzünder, so dass Sie eventuell noch einen Adapter mit Klemmen benötigen. Oder Sie können den Autovermieter auffordern, Ihnen einen Zigarettenanzünder einzubauen, was normalerweise kein Problem sein sollte.

Sie sollten vor einer Fahrt drei Sätze vollgeladener Akkus dabei haben, davon einen im GPS-Empfänger. Der Grund ist, dass die Kombination Akku und Ladegerät leider nicht zuverlässig ist. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, bringen Sie, nur für den Notfall, einen Satz normaler Alkalibatterien mit.

Weiterhin benötigen Sie einen Handy-Halter mit Saugnapf, mit dem Sie das GPS-Gerät an der Frontscheibe anbrigen können, wo der Empfang am besten ist. Wenn Sie gleichzeitig ein Stromversorgungskabel zum Zigarettenanzünder verwenden wollen, dann müssen Sie bei der Auswahl des Halters für ein Garmin GPS 12 sehr aufpassen, weil bei diesem Gerät der Stecker an der Rückseite übersteht und daher das Einsetzen in den Halter unmöglich machen kann. Sie müssen entweder einen passenden Halter finden oder möglicherweise einen Halter mechanisch verändern, so dass das GPS-Gerät samt Stecker hineinpasst. Sonst können Sie das Kabel nicht verwenden.

Reinigen Sie die Akkus, besonders die Kontakte, immer vom Staub, bevor Sie sie ins Ladegerät oder in den GPS-Empfänger einsetzen. Trotzdem kommt es bei starkem Rütteln während der Fahrt manchmal dazu, dass das GPS-Gerät wegen einer kurzzeitigen Unterbrechung abschaltet. Von Garmin können Sie sich ein kleines, kostenloses Zusatzteil zusenden lassen, das mittels Federn eine zusätzliche mechanische Spannung erzeugt und daurch das Problem weitgehend löst, wenn Sie angeben, dass Sie dieses Problem des selbsttätigen Abschaltens bei Erschütterungen haben.

Auch brauchen Sie möglicherweise ein kleines Stück Schaumgummi, das Sie mittels selbstklebender Klettverschluss-Streifen am Armaturenbrett unter dem GPS-Halter anbrigen können, um das Aufschlagen des GPS-Geräts auf das Armaturenbrett zu dämpfen.

Das Garmin eTrex kann nur eine Route speichern, diese aber mit 50 Waypoints, verglichen mit 20 Routen zu je 30 Waypoints im GPS 12. Trotzdem ist es gut geeignet, denn die einzige längere Route mit etwas über 40 Waypoints ist Nairobi - Baringo - Samburu - Nairobi (im GPS 12 in zwei Routen aufgeteilt). Sie können diese vom Computer in den Routenspeicher laden und die anderen Routen nur mittels der Goto-Funktion fahren oder auch jede Route vor der Fahrt mit der Hand eingeben, was bei schon vorhandenen Waypoints nicht allzu aufwendig ist. Drucken Sie dafür alle Routen aus und nehmen Sie den Ausdruck mit. Natürlich können Sie auch einen Computer mitnehmen, aber Sie riskieren, dass er die Belastungen des Rüttelns, des Staubes und der Hitze nicht überlebt. Wenn Sie trotzdem einen Computer mitnehmen, dann scannen Sie die Landkarten ein und benutzen Sie ein entsprechendes Programm für ein Moving Map Display, z.B. OziExplorer.

Regeln

Es muss, wenn möglich, im Konvoi gefahren werden, es sei denn, alle Insassen eines Autos sind sich einig, auf eigene Gefahr eine andere Strecke zu fahren (nicht empfohlen). Das Fahren im Konvoi erhöht die Sicherheit erheblich. Auf staubigen Strecken muss der Abstand erhöht werden, je nach Wind bis auf mehrere Kilometer. Der Sichtkontakt darf jedoch nicht anhaltend unterbrochen werden. Sehen Sie regelmäßig in den Rückspiegel. Wenn das nachfolgende Auto nicht zu sehen ist, dann halten Sie an. Wenn es nicht innerhalb einer Minute wieder auftaucht, drehen Sie immer sofort um und fahren Sie zurück. Das beste, was Sie dabei vorfinden können, ist das andere Auto vor einem Rudel Löwen oder einem anderen Foto-Objekt, das Sie wegen zu schnellen Fahrens übersehen haben (ist schon öfter vorgekommen).

Bei mehreren Weg-Vorschlägen muss der leichteste Weg genommen werden.

Es sollte in einer gemütlichen Geschwindigkeit gefahren werden, die betont langsamer ist als das fahrbare Maximum, und zwar im wesentlichen aus zwei Gründen:

  1. Wenn der Fahrer seine Fahrkunst ausschöpft, dann sind die Mitfahrer gezwungen, sich festzuhalten, andauernd mit angespannter Bauchmuskulatur dazusitzen und auf den Weg zu starren, in ständiger Befürchtung des nächsten Hindernisses, Schlaglochs, Brems- oder Ausweichmanövers. Bei gemütlicher Fahrweise können sie dagegen die exotische Landschaft und alle ihre Sehenswürdigkeiten genießen, und das wollen wir eigentlich.
  2. Je schneller gefahren wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, einem Hindernis oder Schlagloch nicht mehr ausweichen zu können. Dem ersten Schlagloch kann man fast immer ausweichen, aber nicht immer allen weiteren, die unmittelbar folgen. Daher und wegen der allgemein höheren Belastung ist die Pannenwahrscheinlichkeit höher.

Hinzu kommt noch, dass die Reichweite bei niedriger Geschwindigkeit höher ist, solange man noch im höchsten Gang fahren kann (ab ca. 40 km/h).

Ich bitte eindringlich darum, diese wenigen Regeln einzuhalten und spreche dabei aus langjähriger Erfahrung. Leider neigen manche männliche Mitreisende gelegentlich dazu, sich durch besondere Initiativen oder schnelles Fahren profilieren zu wollen. Erfahrungsgemäß leidet eine solche Reise jedoch darunter, wenn männliche Teilnehmer ständig damit beschäftigt sind, direkt oder indirekt Rangordnungskämpfe auszutragen oder ihre Führungsrolle, Fähigkeit als Rennfahrer oder sonstige Eigenwilligkeit zu demonstrieren. Darüber hinaus verringert dies auch die allgemeine Sicherheit, auch für die übrigen Fahrzeuge. Außerdem sollte jeder bedenken, dass alle Insassen eines Autos aufeinander angewiesen sind. Für besondere Initiativen gibt es daher im wesentlichen drei Möglichkeiten:

  1. Ausgedehnte Game drives, an denen natürlich nicht unbedingt alle Fahrzeuginsassen teilnehmen müssen
  2. Alternative Fahrstrecken, bei denen ein oder zwei Fahrzeuge die Gruppe verlassen und später wieder treffen. Diese Möglichkeit ist nicht zu empfehlen und sollte nur bei Einigkeit aller Insassen der betreffenden Fahrzeuge gewählt werden. Als spätester Treffpunkt sollte immer der nächste Übernachtungsstop vereinbart werden, für den Fall, dass ein anderer Treffpunkt fehlschlägt. Bedenken Sie, dass keine alternative Fahrstrecke wesentlich besser ist als die geplante.
  3. Camping (empfohlen)

Beim Zusammentreffen mit wilden Tieren gilt die Regel, dass die Tiere nicht gestört werden sollen. Es ist z.B. absolut nicht zulässig, ein Tier mit einem Stein zu bewerfen, um es in eine fotogene Pose zu nötigen. Auch darf man mit dem Auto nicht näher an ein Tier heranfahren, wenn es unruhig auf das Auto reagiert. Mit anderen Worten, sobald ein Tier außer dem einfachen Ansehen des Autos irgendeine weitere Reaktion zeigt, sollte sofort gestoppt werden. Die Ausnahme hiervon sind nur häufige Tiere, die den Weg versperren. Besondere Vorsicht ist geboten bei wehrhaften und unberechenbaren Tieren wie Nilpferd, Büffel, Nashorn (falls wir denn das Glück haben sollten, noch eines zu sehen) und Elefant, weil sie angreifen, und bei scheuen Tieren, wie Leopard, Gepard, Raubvogel, weil sie flüchten. Ein sicheres Zeichen dafür, dass ein Tier sich nicht belästigt fühlt, ist, dass es frisst und nicht herschaut. Hört es auf zu fressen, so sollte man sein Verhalten genau beobachten und sich zurückhalten.

Versperren Büffel den Weg und ist ein Umfahren nicht möglich, so muss man so nahe heranfahren, bis die Büffel reagieren, indem sie herschauen. Dann braucht man Geduld und muss warten, bis die Tiere selbst die Geduld verlieren und aus dem Weg gehen, was die Büffel dann auch immer tun, aber es kann mitunter 10 Minuten oder länger dauern. Das normale Verhalten der Büffel ist, vor Gefahren nicht zurückzuweichen, sondern Front zu machen und gegebenenfalls sogar anzugreifen. Daher ist der Umgang mit Büffeln schwieriger als mit vielen anderen Tieren.

Bei Geparden sollte zusätzlich darauf geachtet werden, ihre Jagd nicht zu behindern, denn sie sind im Gegensatz zu den anderen Großkatzen tagaktiv. Stellen Sie sich daher nicht so hinter einen Geparden, dass potentielle Beute durch das Auto auf die Raubkatze aufmerksam gemacht wird. Am besten ist eine seitliche Position, vielleicht sogar näher an der potentiellen Beute als am Geparden selbst. Am wichtigsten ist in einer solchen Situation jedoch, dass man überhaupt nicht zu nah heranfährt, sondern lieber erst beobachtet, wie sich die Situation entwickelt.

Fliegen

Wer Autofahrten scheut, kann u.U. mit dem Leichtflugzeug fliegen. Wir werden voraussichtlich mindestens einen Viersitzer haben (z.B. eine Cessna 182, 1 Motor mit 235 PS, 1.000 km maximale Reichweite).

Für einen Eindruck vom Fliegen über Afrika können Sie sich dieses Video anschauen, aber nur, wenn Sie eine schnelle Internetverbindung haben.

Allerdings ist das Fliegen etwas teurer und nicht für alle gleichzeitig auf allen Strecken möglich. Ein Pendelflug z.B. auf der Strecke über Baringo - Maralal - Samburu lässt sich normalerweise nur mit Zwischenlandung in Nairobi fliegen, weil es keinen anderen Ort in der Gegend gibt, wo man tanken kann, es sei denn, ein Auto nimmt eine Ladung Flugbenzin mit. Der Umweg über Nairobi erhöht natürlich den Preis etwas.

Auf der Strecke zur Küste kann man in Mombasa und Malindi tanken, so dass dort dieses Problem nicht auftritt. Ich muss allerdings immer Pendelflüge machen, die komplett bezahlt werden müssen, und eine Flugstunde kostet ca. €150. Ich bin jedoch sehr gerne bereit, solche Flüge zu machen. Bis zu drei Personen können als Passagiere mitfliegen, mit sehr leichtem Gepäck. Ein Teil des Gepäcks sollte in einem Auto gelassen werden.

Die Atmosphäre in Kenia ist wegen der direkten Sonneneinstrahlung in der Regel unruhig, so dass das Flugzeug meist ständig schwankt. Wer dies nicht verträgt, der sollte lieber nicht fliegen. Ansonsten ist das Fliegen natürlich sehr angenehm. Die Temperaturen oben in der Luft sind niedriger. Nur der Motor und Propeller macht einen erheblichen Lärm. Dagegen habe ich einen Vorrat an Schaumgummi-Ohrstöpseln, die das Geräusch zu einem dumpfen Brummen abdämpfen. Auch ist das Fliegen sicherer als das Autofahren.

Auch hat das Flugzeug den Sicherheitsaspekt, dass es ermöglicht, einen Kranken rasch nach Nairobi zurückzufliegen, falls das jemals notwendig werden sollte. (Es ist mir einmal passiert, als ein Freund, selber Pilot, eine Nierenkolik bekam.)

Im unwahrscheinlichen Falle einer Notlandung sollten Sie die folgenden Regeln beachten.

Zelten

Wer ein kleines Zelt mitnimmt, der ist unabhängig von Lodge-Buchungen, kann Geld sparen und hat ein unvergessliches Erlebnis in der tropischen Nacht.

Ich schlief einmal in meinem Zelt mit offener Eingangstür, aber geschlossenem Mückenschirm. Ich erfreute mich am Anblick des Sternenhimmes, aber später wurde mir klar, dass das sehr unbedacht gewesen sein könnte, weil Löwen oft nahe an Zelte kommen und es unklar ist, ob ein Löwe gefährlich werden kann, wenn er mit einem sichtbaren, schlafenden Menschen in so geringem Abstand konfrontiert wird. Ich habe das nie wieder in einem kleinen Zelt gemacht und statt dessen das äußere Zeltdach oder die Eingangstür immer geschlossen. Ich lasse allerdings in größeren Zelten die Fenster- und Türklappen offen und verlasse mich ganz auf die Insektenschutzgitter, solange ich nicht sehr dicht an einem Fenster schlafe.

Normalerweise greifen Löwen nie geschlossene Zelte an, aber wenn man sie so sehr einlädt ...

Zelten ist sicher, denn Tiere verhalten sich in aller Regel vernünftig und stellen keine Gefahr dar. Man sollte jedoch ein paar Regeln beachten.

  1. Das Zelt muss nachts geschlossen sein.
  2. Keine offenen, riechenden Nahrungsmittel im Auto oder gar im Zelt! Nur Wasserflaschen sind erlaubt. Tiere sind "vernünftig" und zurückhaltend, sie sind aber auch außerordentlich interessiert an wohlschmeckender Nahrung und haben einen unglaublich feinen Geruchssinn. Lassen Sie Nahrungsmittel bei anderen Mitreisenden in der Lodge, wenn möglich, und nur zur Not im Auto.
  3. Für alle Fälle sollte man das Zelt unmittelbar neben das Auto stellen und einen schnellen Fluchtweg vom Zelt zum Auto haben. Man wird ihn nur sehr selten brauchen, aber falls sich wirklich einmal eine Herde Büffel, ein Rudel Hyänen und ein Rudel Löwen gleichzeitig am Zelt treffen, dann ist man besser daran, wenn man nicht erst im Getümmel den Autoschlüssel suchen muss. Lassen Sie daher das Auto unverschlossen, lassen Sie aber Fenster und Türen nicht offen stehen.
  4. Wenn sich Großtiere dem Zelt nähern—keine Panik! Auch Löwen, Hyänen oder Elefanten schnüffeln an Zelten, aber sie fressen sie nicht. Bleiben Sie ruhig. Sollte ein Tier sich am Zelt zu schaffen machen, dann schreien Sie es an. Die meisten Tiere haben Respekt vor Menschen und vor allem Unbekannten und wollen selbst ebenfalls keine unnötigen Risiken eingehen.

Wenn Tiere nahe ans Zelt kommen, bleiben Sie zuerst ruhig und versuchen Sie, zu bestimmen, ob es Pflanzenfresser sind. Wenn Sie hören, dass die Tiere Gras abrupfen, dann sind sie keine unmittelbare Gefahr, solange Sie die größten nicht erschrecken, wie Büffel oder Nilpferde, Nashörner oder Elefanten.

Elefanten sind ein Sonderfall, weil Sie sich darauf verlassen können, dass ihnen Ihre Gegenwart bewusst ist, wenn sie nahe genug sind, wegen ihres sehr feinen Geruchsssinnes und Gehörs und wegen ihrer Intelligenz. In der Tat betrachte ich sie als freundlich (es sei denn, es gibt dort einen Elefantenbullen, der sich daran gewöhnt hat, nach Speisen der Menschen zu suchen, was aber auf Zeltplätzen selten ist und schon vorher bekannt sein sollte).

Wenn Raubtiere (meist Löwen oder Hyänen—Leoparden werden Sie kaum hören) sich dem Zelt auf wenige Zentimeter nähern und nicht rasch wieder fortgehen, dann können Sie sie anschreien, um sie zu verscheuchen, wenn Sie möchten. Sonst bleiben Sie leise. Wenn ein Tier sich allerdings am Zelt zu schaffen macht, dann sollten Sie es sofort anschreien.

Wenn Sie wirklich bei Nähe eines Tieres vom Zelt ins Auto flüchten wollen, dann irritieren Sie das Tier mit einer Taschenlampe und beeilen Sie sich. Selbst ein Löwe wird in einer für ihn so ungewöhnlichen Situation nicht angreifen, wenn er nicht außerordentlich nah ist (wenige Meter) und sich selber unmittelbar bedroht fühlt. Behalten Sie ein bedrohliches Tier immer im Auge. Werfen Sie im Zweifelsfall ein Kleidungsstück oder einen anderen Gegenstand nach dem Tier. Es beschäftigt sich erst damit und dann erst mit Ihnen. Wenn das Tier Aggression zeigt, kämpfen Sie. Werfen Sie Steine, Knüppel oder andere Gegenstände nach dem Tier, um ihm zu demonstrieren, dass Sie nicht kampflos aufgeben und dass Sie sogar von ferne kämpfen können, was das Raubtier nicht kann.

Wenn sich eine kritische Situation entwickelt, typischerweise, weil ein Mensch einen Fehler gemacht hat, richten Sie sich nach den folgenden Hinweisen.

Eine besondere Ausnahme möchte ich noch erwähnen. Wenn Sie zu Fuß durch den Busch gehen und plötzlich sehr nahe ein Raubtier erblicken (Löwe, Leopard), das sich versteckt, beherrschen Sie sich und schauen Sie das Tier nicht an, vermeiden Sie insbesondere Blickkontakt. Erwecken Sie statt dessen den Eindruck, Sie hätten es nicht gesehen. Gehen Sie weiter, ohne dem Tier noch näher zu kommen. Wenn es ein Löwe ist, schauen Sie nach weiteren Löwen in der Nähe.

Raubtiere bleiben oft versteckt liegen, weil sie annehmen, dass Aufstehen und Weglaufen ihr eigenes Risiko erhöht, weil sie dabei entdeckt werden.

Wenn das Raubtier merkt, dass es entdeckt worden ist, z.B. weil Sie ihm in die Augen sehen, dann wird es je nach Abstand entweder weglaufen oder blitzartig präventiv angreifen, was schwere Verletzung oder Tod des Angegriffenen nach sich zieht.

Diese Ratschläge kommen von Forschern, die lange im Busch gelebt haben, aus begrenzter eigener Erfahrung und vom Nachdenken über solche Situationen. Ich selber habe, trotz mehrjährigen Aufenthalts in Ostafrika und vielfachen Zeltens im Busch anhaltend kritische Situationen mit Raubtieren noch nie erlebt. Ein Löwenrudel, auf das ich in offener Savanne zu Fuß zuging, ohne es im Gras rechtzeitig zu sehen, erhob sich und lief davon, ohne mich zu bedrohen. Pflanzenfresser warnen und drohen, wenn ihnen ein Mensch zu nah kommt und sie ihn als solchen auch erkennen, mit Ausnahme des Nilpferds, das nachts still stehen bleibt und dann im Abstand von wenigen Metern plötzlich angreift.

Feuer helfen nicht besonders. Sie locken neugierige Tiere an. Sie stören aber auch nicht, also machen Sie, wenn keine Brandgefahr herrscht, ruhig ein Lagerfeuer und genießen Sie den tropischen Abend. Achten Sie darauf, dass Sie in der Nähe des Zeltes keine Getränke oder Nahrungsreste verschütten, möglichst auch keine kleinen Mengen, weil der Geruch wieder Tiere anlocken würde. Essen und trinken Sie entweder sehr vorsichtig oder im Auto oder eine Strecke vom Zelt entfernt. Für alle Fälle sollten Sie aus diesem Grunde den Sitzplatz oder das Lagerfeuer etliche Meter vom Zelt entfernt einrichten. Achten Sie auf Ihre Umgebung und schauen Sie sich regelmäßig um. Machen Sie keinen Lärm, so dass Sie Ihre Umgebung auch hören können.

Die Löwenrudel, in oder zwischen deren Territorien Sie sich befinden, sind nachts in der Regel gut zu hören, da sie ca. alle 20 Minuten einen Signalruf ausstoßen. Auch Hyänen sind oft gut zu hören, da sie sich während der nächtlichen Jagd durch Rufe koordinieren. Andere Löwen, Hyänen oder Nachtraubtiere wie Leoparden sind jedoch unhörbar, daher kann es nicht schaden, sich auch an einem Lagerfeuer regelmäßig umzusehen. Achten Sie auch auf die auffälligen Alarmrufe anderer Tiere wie Affen und Vögel und benutzen Sie eine Taschenlampe, um rechtzeitig zu sehen, wer Sie besuchen kommt.

Mit kleinen Kindern würde ich das Zelten nicht empfehlen, weil Raubtiere meist ein besonderes Interesse an Jungtieren haben und weil kleine Kinder sich in kritischen Situationen möglicherweise unzweckmäßig verhalten. Ich habe keine Erfahrungen mit dem Zelten mit kleinen Kindern in Afrika, weil ich es selbst nicht wage.

Rasul's baut auf Wunsch gerne die rückwärtige Sitzbank aus dem Suzuki Sierra aus und legt statt dessen eine Schlafmatratze hinein. Diese Variante hat sich für eine Person sehr gut bewährt, könnte sich eventuell auch für zwei kleine Kinder eignen (eines mit dem Kopf nach vorne, das andere mit dem Kopf nach hinten), ist allerdings für zwei Erwachsene nicht ausreichend,. Im Auto ist man vor wilden Tieren völlig sicher und kann daher vielleicht besser schlafen als im Zelt.

Es empfiehlt sich, nach zwei bis drei Zeltnächten eine Nacht in der Lodge einzulegen, hauptsächlich wegen der möglicherweise eingeschränkten Nachtruhe draußen im Busch und aus hygienischen Gründen. Ab und zu will man wahrscheinlich ausschlafen und sich duschen, wofür die Lodges bestens geeignet sind. Essen kann man allerdings auch dann problemlos in den Lodges, wenn man nicht dort wohnt.

Wenn Sie elektronische Geräte benutzen wollen, dann brauchen Sie ein paar zusätzliche Ausrüstungsgegenstände.

Da ein Inverter meist heiß wird, also beträchtliche Verluste hat, empfiehlt es sich, ihn möglichst kurz zu betreiben und alle Geräte gleichzeitig aufzuladen. Wenn Sie einen Inverter über Nacht angeschlossen lassen, dann riskieren Sie eine leere Batterie.

Fotografieren

Man braucht für anspruchsvolle Dias ein gutes Teleobjektiv. Meine Erfahrung ist, dass 200 mm eigentlich nicht ausreichen. Ich bin auf ein gutes 300 mm Telezoom umgestiegen und empfinde den Sprung von 200 auf 300 mm Brennweite als Erlösung, wenn ich Tiere fotografieren will. Weniger als 200 mm sind mit Sicherheit frustrierend, aber natürlich immer noch besser als gar nichts. Objektive mit Brennweiten von 400 mm und mehr haben sich als sehr geeignet erwiesen, sind aber auch entsprechend größer, schwerer, teurer und schwieriger zu handhaben. IS (Image Stabilizer) Objektive, erhältlich z.B. von Canon, sind sehr geeignet, weil sie das Schwanken des Autos durch die Bewegung der Insassen ausgleichen, haben aber oft nicht dieselbe optische Qualität wie ihre nicht stabilisierten Geschwister.

Diafilm mit ca. 100 ASA (z.B. von Kodak oder Fuji) ist gut geeignet. Empfindlichere Filme sind wegen des hellen Sonnenlichts normalerweise nicht erforderlich, außer bei den wenigen Dämmerungs- und Nachtaufnahmen. (Die Dämmerung ist nur kurz.) Filme können auch in Kenia nachgekauft werden, sind aber eher teurer und wahrscheinlich nicht kühl gelagert gewesen.

Bei Negativfilmen erreichen auch gute, empfindlichere Sorten eine hohe Farbqualität und Schärfe, so dass Sie 200 oder gar 400 ASA verwenden können. Prüfen Sie aber, ob Ihre Kamera genügend kurze Verschlusszeiten ermöglicht, um nicht zu weit abblenden zu müssen (geringere Bildqualität) oder gar am Anschlag überzubelichten.

Da erfahrungsgemäß fast alle Teilnehmer fotografieren, sollte der Fahrer auf Wunsch jedes Fahrgasts sofort anhalten und, wenn gewünscht, auch zurückfahren, um ein Foto zu ermöglichen. Die Erfahrung zeigt, dass man dazu neigt, sich Fotomotive entgehen zu lassen, typischerweise mit den folgenden Rationalisierungen:

In Wahrheit ist fast jede Situation absolut einmalig.

In Wahrheit fotografieren die anderen dann meistens auch. Außerdem ist ein gutes Foto es immer wert, eine kleine Belastung auf sich zu nehmen.

In Wahrheit erkennt man meist im Vorbeifahren genau eine fotogene Situation. In der Regel muss man einige Meter zurückfahren, um wieder genau in die gesehene Situation zu kommen. Das menschliche Gehirn hat hier erstaunliche Fähigkeiten. Wenn man blitzartig das Gefühl hat, dass hier eine besondere Foto-Situation vorlag, dann trifft das zwar nicht immer, aber doch oft zu. Manchmal ergeben sich beim Anhalten und Zurückfahren sogar noch Verbesserungen, Nebenmotive oder unerwartete fotografische Gestaltungsmöglichkeiten.

Es ist nicht immer selbstverständlich, dass man Menschen fotografieren darf. Viele vom Tourismus geschädigte Kenianer haben gelernt, dass man für das Fotografierenlassen Geld verlangen kann, und manche kommen auf die Idee, dass Sie der dumme Tourist sein könnten, der ihnen ein Vermögen für ein Foto bezahlt. Dann werden Preise von mehreren hundert Schilling verlangt, was vollkommen aus dem Rahmen des normalen Einkommens in Kenia fällt.

In Städten können Sie einfach um die Erlaubnis bitten, ein Foto von Menschen machen zu dürfen. Tun Sie das rasch und zögern sie nach der Frage nicht. Halten Sie die Kamera schon vorher bereit, nehmen Sie das Foto auf der Stelle und setzen Sie die Kamera sofort wieder ab, bevor jemand auf die Idee kommt, daraus irgendwelche Forderungen abzuleiten. In vielen Fällen können Sie vielleicht sogar den Eindruck erwecken, Sie hätten gar kein Foto gemacht, denn die Leute verstehen oft den technischen Vorgang nicht genau und sind rasches Fotografieren von den meisten Touristen nicht gewöhnt.

Wenn Sie sitzende Menschen fotografieren, z.B. auf Märkten, dann hilft ein Weitwinkel-Objektiv. Damit können Sie z.B. einen Tisch mit Waren fotografieren und gleichzeitig alle Menschen, die um diesen herum sitzen, ohne dass die Menschen sich dessen bewusst werden. Das hat außerdem den Vorteil, dass sie zwar interessiert schauen, sich aber nicht in Pose setzen mit dem damit verbundenen versteinerten Gesicht.

Machen Sie Portrait-Fotos. Es gibt in Kenia sehr viele hübsche und interessant aussehende Menschen. Die meisten haben grundsätzlich gegen ein Foto nichts einzuwenden.

Versuchen Sie nicht immer, alles "draufzukriegen". Wenn Sie ein Telezoom-Objektiv haben, dann nutzen Sie die Vergrößerung aus, besonders bei Portraitaufnahmen. Achten Sie darauf, dass Tele-Aufnahmen sehr leicht verwackeln. Legen Sie die Kamera an oder auf, wenn immer das möglich ist, oder verwenden Sie den Blitz, wenn diese Art der Beleuchtung dem Bild nicht abträglich ist.

Kennen Sie auch die Reichweite Ihres Blitzes und versuchen Sie nicht, wie viele Anfänger das sinnloserweise tun, 20 m entfernte Motive zu blitzen. Selbst starke Blitzlichtgeräte reichen, abhängig auch von der Filmempfindlichkeit, meist nur 5 bis 10 m weit. Die kleinen, im Fotoapparat eingebauten Blitze reichen selten weiter als 3 m.

Gesundheit

Malaria

Das größte und beträchtliche Gesundheitsrisiko ist die Malaria. Sie wird von der Anopheles-Mücke übertragen, einer kleinen Stechmücke, deren Rüssel nicht wie bei unseren Mücken schräg nach unten vom Körper absteht, sondern in Längsrichtung genau nach vorn. Sie muss daher beim Stechen den Hinterleib hochstellen, da sie den Rüssel auch nicht abknicken kann.

Malaria ist teilweise unheilbar und nicht selten tödlich. Die Regel unter den einheimischen Ärzten ist, bei einem Fieber bedingungslos eine Malaria-Kur zu verabreichen, weil eine Diagnose, selbst wenn sie möglich wäre, vielleicht schon zu spät käme. Reisende sind schon nach ihrer Rückkehr in Europa gestorben, weil die Ärzte hier diese Denkweise nicht kennen oder weil der Patient ihnen nicht mitteilte, dass er in den Tropen gewesen war.

Die Anopheles fliegt und sticht meist spät in der Nacht, wenn man normalerweise schläft, vornehmlich gegen Morgen. Unsere Verteidigungsmittel sind: